Und so war es

Samstag, den 13. Juni 2009, 18.00 - 01.00 Uhr
Die Magdeburger auf Forschungsexpedition!
Bereits zum vierten Mal fand am 13. Juni 2009 in Magdeburg eine "Lange Nacht der Wissenschaft" statt und dies sogar mit einem Besucherrekord. Mehr als 13 000 Menschen nutzten die "schlaueste" Nacht des Jahres zu einer "Forschungsexpedition" der über 200 Angebote in 25 Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen der Landeshauptstadt. Auch auf dem Medizin-Campus im Süden der Stadt herrschte gleich nach der Eröffnung um 18 Uhr großer Andrang. Bis nach Mitternacht erlebten etwa 4 000 Besucher im Uni-Klinikum eine Nacht der ganz besonderen Art.
Die Uni-Frauenklinik, die sich erstmalig an dieser Großveranstaltung beteiligte, wurde mit einem unerwartet großen Besucherstrom belohnt. Kein Wunder, hatte sie doch interessante Führungen und Demonstrationen vorbereitet. Es wurde über Immunologie in der Schwangerschaft berichtet, 2D- und 3D-Ultraschallaufnahmen vom ungeborenen Leben gezeigt, im Kreißsaal ein Video von einer Geburt gezeigt und es konnte die Schaffung neuen Lebens unter dem Mikroskop beobachtet werden. Jung und Alt, auch kleine Kinder waren begeisterte Zuhörer und Zuschauer.
Im Technologiezentrum ZENIT luden Wissenschaftler und Ärzte alle Wissenshungrigen zu Vorträgen rund um das Thema "Nerven-Cocktail" ein. Sie setzten sich mit so spannenden Fragen auseinander wie: Gedächtnis im Alter und Vergesslichkeit, Mechanismen der Suchterkrankung, warum Schokolade, Blaubeeren und Sport dem Gehirn gut tun, der menschliche Geist als Produkt des Gehirns, Diagnostik und Therapie von Schlaganfall. Alle Vorträge wurden so gut besucht, dass zu den 60 vorbereiteten Sitzplätze weitere Stühle aufgestellt werden mussten.
Das Leibniz-Institut für Neurobiologie (IfN) wegen umfangreichen Baumaßnahmen nur mit einem eingeschränkten Programm, konnten aber trotzdem wieder Scharen von Besuchern zum 7 Tesla-Tomographen locken, wo haarfeine Bilder vom denkenden Gehirn gezeigt und demonstriert wurde, wie mit Gedanken Computer gesteuert werden.
Parallel ging es im Klinikgebäude Haus 60a um das Thema "Körper - Einblicke" und dies aus unterschiedlicher Sicht. Unfallchirurgen zeigten, wie heutzutage Schwerstverletzte versorgt werden und legten Besuchern auf Wunsch probehalber einen Gips an, was sich vor allem die Kinder nicht entgehen ließen. Am Nachbarstand bei den Kinderchirurgen wurden kranke Plüschtiere im Beisein der Teddy-Eltern liebevoll verarztet, während gegenüber die Kardiologen mit modernster Ultraschalldiagnostik das Herz im 3D-Format demonstrierten, wer wollte, auch am eigenen Herzen.
Eine Etage tiefer erwartete die Besucher ein Quiz "Radiologie 4 KIDS". Gezeigt wurden mit einem Magnetresonanztomographen (MRT) erzeugte Schnittbilder von Bananen, Kiwi, Schokolade oder kleinen technischen Geräten, wie z. B. einem Taschenrechner - eine völlig ungewohnte Sichtweise. Die vielen kleinen und großen Besucher kamen aus dem Staunen nicht heraus. Die Begeisterung riss auch nicht ab bei der Live-Demonstration der millimetergenauen OP am offenen MRT und den hochauflösenden Innenansichten menschlicher Organe. Die Nuklearmediziner zeigten, wie radioaktive Substanzen dem Menschen helfen können Körperfunktionen und Erkrankungen darzustellen und wie die modernen bildgebenden Verfahren arbeiten. Sie informierten über die Volkskrankheit Struma und wer wollte konnte seine Schilddrüse mittels Ultraschall untersuchen lassen.
Die Aufzählung der zahlreichen Angebote an diesem Abend ließe sich um vieles fortsetzen. So umfassend und abwechslungsreich war das Programm, allein schon auf dem Campus des Uniklinikums, wie die Vorlese-Nacht in der Medizinischen Zentralbibliothek, die Immuno-Night mit Impfstoffen gegen Krebs - Zell-Fütterungen und -beobachtungen, oder die Entdeckungsreise in das Gehirn mit Licht- und Elektronenmikroskop bis hin zur Spurensuche in der Blutbank.
Nicht nur Einrichtungen des Uniklinikums beteiligten sich an dieser "Langen Nacht der Wissenschaft" auf dem Mediziner-Campus, sondern auch das Institut für Biologie. In ihrem neuen Gebäude informierte es über die Steuerung unseres Verhaltens, aktives Sehen, wie Lernen das Gehirn optimiert, wie Blinden, Lahmen und Tauben mit Gehirnprothesen geholfen werden kann. An allen Ständen herrschte bis tief in die Nacht reges Besuchertreiben.
Das war wieder eine unvergessliche "Lange Nacht" für die sehr zahlreichen wissenshungrigen Besucher aus Stadt und Land. Auch den Aktivisten, die mit Begeisterung die insgesamt 45 Einzelbeiträge so anschaulich und verständlich vorbereitet und bis spät in die Nacht begleitet haben, gilt unser Dank.
Es ist ganz klar: Magdeburg ist eine Stadt der Wissenschaft - und alle wissen das zu schätzen -
weiter so!
Fotos: Elke Lindner, Mechthild Gold, Jörg Henrik Gerlach
Fotoimpressionen
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