Historie
Das arbeitsmedizinische Institut wurde als selbständige Einrichtung der damaligen Medizinischen Akademie als "Abteilung Arbeitshygiene" am 1. Juni 1972 gegründet. Die Geschichte der Arbeitsmedizin in der Stadt Magdeburg reicht dagegen viel weiter zurück und ist vor allem mit dem Namen des bedeutenden Arztes Max Octavio Otten verbunden. Prof. Otten, ehemals Direktor der Medizinischen Klinik des Krankenhauses Magdeburg-Altstadt, richtete am 1. Juli 1927 eine erste "Beratungsstelle für Berufskrankheiten" ein. Für die Stadt Magdeburg wurde erstmals 1928 ein Gewerbearzt bestellt, einem Erlass der preußischen Landesversammlung folgend, "Gewerbemedizinalräte" einzustellen.
Die besondere Not nach dem 2. Weltkrieg zwang zu weitreichenden Maßnahmen in allen Besatzungszonen Deutschlands, um die Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung zu sichern und zu verbessern. Mit den Erfahrungen seiner Tätigkeit in der früheren Beratungsstelle für Berufskrankheiten richtete der 71-jährige Otten in dem erheblich vom Krieg beschädigten Krankenhaus Altstadt am 1.August 1948 eine Ambulanz und eine Klinische Abteilung für Berufskrankheiten ein. Ihr folgte für das Land Sachsen-Anhalt 1948 eine Forschungsstelle für Berufskrankheiten an der Medizinischen Universitätsklinik in Halle. Ein breites Spektrum von Gesetzen und Verordnungen führte zum Ausbau der arbeitshygienischen und betriebsärztlichen Betreuung im Land bzw. im damaligen Bezirk Magdeburg.
Neben der Studentenausbildung waren es zunächst kleine abgegrenzte Aufgaben zur Überprüfung der Arbeitsbedingungen in Betrieben des Magdeburger Raumes, die das Aufgabengebiet der ersten Mitarbeiter dieser Abteilung Arbeitshygiene bestimmten. So wurden die Großverzinkungsanlage des Metallleichtbaukombinates in Calbe/Saale, die Bohr- und Förderanlagen des damaligen Erdöl- und Erdgasförderbetriebes Stendal und die Binnenschiffe der Deutschen Binnenreederei arbeits-hygienisch beurteilt. Der Leiter OA Dr. Reum habilitierte sich 1975 mit einem Thema zur Professiographie der Binnenschifffahrt und wurde ein Jahr später zum Dozenten bestellt. Im Jahr 1979 wurde mit seiner Berufung auf einen Lehrstuhl der vollwertige Institutsstatus Arbeitsmedizin am Standort Magdeburg etabliert. Nach dem Tod von Prof. Reum durch einen Verkehrsunfall 1985 übernahm der inzwischen mit einem Thema aus der arbeitsmedizinischen Jugendforschung habilitierte Oberarzt des Institutes Dozent Bernd Hartmann die kommissarische Leitung, erhielt ein Jahr später eine Hausberufung auf den Lehrstuhl und leitete als Professor das Institut bis zu seinem Ausscheiden Ende 1992. Die Jahre 1986 bis 1992 waren von vielfältigen Forschungsaktivitäten im Zusammenhang mit der arbeitsmedizinischen Jugendforschung und Fragen zur Belastung/ Beanspruchung des Stütz- und Bewegungssystems bei verschiedenen Arbeitsformen sowie dem systematischen Aufbau einer arbeitsmedizinischen Ambulanz am Institut geprägt.
Diese Struktur stand als Bereich Klinische Arbeitsmedizin des Instituts für Berufskrankheits-begutachtungen und Konsultationen allen Ärzten des Territoriums und aus den Kliniken der MAM zur Verfügung. Weiterhin wurden unter Leitung von Prof. Hartmann erste Schritte zur Installierung der psychophysiologischen Methoden in der Forschung und arbeitsmedizinischen Beurteilungen gegangen, so dass sich das arbeitsphysiologische Institutslabor immer mehr in Richtung der Bewertung geistiger Arbeit wandelte. Die Institutsbereiche Arbeits- bzw. Psychophysiologie und Arbeits- bzw. Industrietoxikologie/ Umwelttoxikologie waren auf Anforderungs- oder Auftragsbasis aus der Industrie in zahlreichen Feldanalysen in Betrieben des mitteldeutschen Raumes messtechnisch tätig. Ferner sorgten diese beiden Bereiche für die arbeitshygienische Eigenüberwachung der MAM. Schließlich gehörte unter Hartmanns Leitung der Personalärztliche Dienst (PÄD) der Medizinischen Akademie direkt zum Institut. Es entstand in dieser Zeit die Habilitation von Dr. Eberhard Pfister zu Fragen der Dauerleistungsfähigkeit arbeitender junger Menschen. Nach dem Wechsel von Prof. Hartmann an die Leitungsspitze der Bau-Berufsgenossenschaft Hamburg Ende 1992 wurde Priv.-Doz. Pfister in die Leitungsverantwortung für das Institut genommen. Der PÄD wurde aus dem Institut ausgegliedert und dem Ärztlichen Direktorat unterstellt. Nach der Universitätsbildung 1993 wurde das Institut als klinisch-theoretische Einrichtung fest in der Struktur der neuen Medizinischen Fakultät verankert. In insgesamt drei vergeblichen Berufungsverfahren wurde bis 1995 versucht, den vakanten Lehrstuhl mit einem C4-Professor für Arbeitsmedizin wiederzubesetzen. Nachdem dies aus den verschiedensten Gründen nicht mehr möglich war, wurde Pfister zum apl. Professor ernannt und ihm wurde die Gesamtleitung des Instituts für Arbeitsmedizin und Hygiene übertragen. Der Bereich Hygiene/ Umweltmedizin des Instituts stand bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2000 unter Leitung von Prof. Dr. Giselher Schuschke, später kommissarisch unter der von OAss Dr. Hans-Dieter Schulze.
Unter Leitung von Herrn Pfister wurden zahlreiche drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte bearbeitet und die Lehre im Fach Arbeitsmedizin für die Studenten der Humanmedizin sowie im Fach "Wirkung der Arbeit auf den Menschen" für die Studenten der technischen Fachrichtungen der Otto-v.-Guericke-Universität neu ausgerichtet. Hervorzuheben war die Bearbeitung von Forschungsaufgaben im Rahmen des Magdeburger Neuroverbundes. Die Mitwirkung in dem neurowissenschaftlichen Forschungsschwerpunkt der Medizinischen Fakultät bot die Möglichkeit zur Zusammenarbeit klinisch, experimentell und epidemiologisch arbeitender Wissenschaftler der Fakultät bzw. des Universitäts-klinikums und richtete sich vorrangig auf die Probleme fraglich neurotoxischer Spätschäden bei Beschäftigten der Chemischen Industrie, der Buntmetallurgie, von Autolackierereien und Druckereien. Aus diesen Studien entstand die Habilitationsarbeit von Frau Dr. I. Böckelmann. Sie habilitierte sich 2006 mit dem Thema "Arbeitsmedizinische Fragen zur Neurotoxizität beruflicher Blei- und Lösemittelexposition"und wurde zur Privat-Dozentin ernannt.
Am 30.09.2008 wurde der Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin, Herr Prof. Dr. rer. nat. Eberhard A. Pfister, nach Erreichen seines 65. Lebensjahres in den Ruhestand verabschiedet.
Die Leitung des Bereiches Arbeitsmedizin wurde Frau PD Dr. med. habil. Irina Böckelmann, übertragen.
In letzter Zeit werden neben vielfältigen Auftragsforschungen besonders Themen bearbeitet, die Stressverarbeitung und betriebliche Gesundheitsförderung betreffen.
Der Bereich erfüllt den Charakter der Arbeitsmedizin als präventiv und interdisziplinär ausgerichtete Fachrichtung der Medizin, die notwendigerweise eine breite organübergreifende Ausrichtung haben muss.
News
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Für den Bücher-Flohmarkt der MZB werden bis zum 29. Mai 2012 Kinder- und Belletristikbuch-Spenden dankend angenommen. Der Erlös wird für den Kauf von Lehrbüchern verwendet.
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