Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Bestmögliche Behandlung für Jeder-„Mann“ sicherstellen

02.05.2017 - Das seit langem etablierte interdisziplinäre Prostatakrebszentrum des Universitätsklinikums Magdeburg erhielt zum Dezember das Zertifikat bzw. die Auszeichnung „Prostatakrebszentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft“. Eine solche Auszeichnung wird nur an Zentren verliehen, die ihre leitliniengerechte Behandlung in Qualität und Quantität in einem zweitätigen Audit gegenüber der DKG nachweisen. Geprüft werden dabei Mindestzahlen und Qualitätsstandards gemäß der sogenannten S 3-Leitlinie für Diagnostik und Therapie des Prostatakrebses.

 Die Auftaktveranstaltung anlässlich der erfolgreichen DKG-Zertifizierung findet am 3. Mai 2017 ab 15.00 Uhr im Zentralen Hörsaal (Haus 22) des Universitätsklinikums Magdeburg, Leipziger Straße 44, statt. Eingeladen sind Ärzte aus allen Kliniken unseres Universitätsklinikums sowie anderer Kliniken, Urologen und weitere Ärzte aus niedergelassenen Praxen, Prostatakrebsselbsthilfegruppen und die interessierte Öffentlichkeit. Anmeldung wird erbeten telefonisch unter 0391/6715036.

Unter dem Motto „Gemeinsam zum Nutzen des Patienten“ werden Urologen, Radiologen und Strahlentherapeuten des Uniklinikums über neueste Erkenntnisse in der Diagnostik und Therapie bei Prostatakrebs informieren, die interdisziplinäre Prostatakrebssprechstunde vorstellen und berichten, welche Vorteile ein Experten-Netzwerk für Betroffene und beteiligte Ärzte bietet.

Prof. Dr. Martin Schostak, Direktor der Universitätsklinik für Urologie und Kinderurologie Magdeburg, war Mitbegründer der bundesweit ersten interdis­ziplinären Prostatakrebssprechstunde 2001 und Koordinator des bundesweit ersten interdisziplinären Prostataorganzentrums gemäß DKG seit 2007 während  seiner damaligen Tätigkeit an der Charité. Daher war es ihm ein wichtiges Anliegen, dass die Urologische Universitätsklinik Magdeburg über den Zwischenschritt ISO-Zertifizierung ebenfalls die DKG-Zertifizierung erhält.

Nach seinem Wechsel von der Berliner Charité an das Magdeburger Universitätsklinikum im Sommer 2011 gründete Professor Schostak die interdisziplinäre Sprechstunde, in der er gemeinsam mit dem Strahlentherapeuten Prof. Dr. Günther Gademann Patienten mit Prostatakrebs berät.

Prof. Schostak: „Jeder Patient, bei dem ein Prostatakarzinom vermutet wird oder schon diagnostiziert wurde, braucht eine umfassende Beratung und ein maßgeschneidertes Konzept. Neben dem Primärziel der Heilung steht  für uns bei allen Betroffenen ein Erhalt der maximalen Lebensqualität im Mittelpunkt.

An Prostatakrebs erkranken jedes Jahr etwa 70.000 Menschen in Deutschland. Prof. Schostak: „Der Krebs der Vorsteherdrüse ist eine Erkrankung mit einer sehr hohen Spannbreite: Auf der einen Seite kommen sehr gefährliche oder sogar primär metastasierte Krebse vor, auf der anderen Seite gibt es einen erheblichen Teil von Prostatakrebsen, die aus heutiger Sicht nicht sofort lebensbedrohlich sind und deshalb vielleicht auch nicht unbedingt hätten diagnostiziert oder sofort behandelt werden müssen. Die individuelle Beurteilung für den Betroffenen, welcher Typ der Erkrankung vorliegt und ob und welche Behandlung für ihn am besten geeignet ist, erscheint sehr schwierig.“ Doch wann empfiehlt sich eine Strategie des Abwartens und wann ist  sofort mit einer aktiven Therapie zu beginnen? Es gibt unterschiedliche Therapieoptionen, wie die radikale Prostatektomie und perkutane Radiotherapie, aber auch sogenannte alternative Therapieverfahren, zum Beispiel eine fokale Therapie. Es gilt daher immer individuell über die optimale Behandlung zu entscheiden.

Programm unter http://urologie.med.uni-magdeburg.de/unimagdeburg_mm/Bilder/Kliniken/KURO/Zertifizierung+zum+Prostatakrebszentrum.pdf

 
Letzte Änderung: 27.04.2017 - Ansprechpartner: Webmaster