Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Gesundheitsressourcen stärken und Risiken vermeiden

03.03.2017 - Das „7. Internationale Symposium zur Herzfrequenzvariabilität und autonomen Funktion‟ findet am Samstag, 4. März 2017, von 9 bis 17 Uhr im Audimax der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universitätsplatz 10, statt. Der Kongress gibt einen aktuellen Überblick zur rasant fortschreitenden Entwicklung in Methoden und Anwendungen der Herzfrequenzvariabilität in Sportwissenschaft, Arbeits- und Intensivmedizin und in der Kardiologie. Im Rahmen von Impulsvorträgen, Kurzbeiträgen und Posterpräsentationen werden die wechselseitigen Bezüge zwischen physiologischen Grundlagen, methodischen Ansätzen und aktuellen Anwendungen aufgezeigt und praxisnah diskutiert.

Man kennt dieses Gefühl oft aus eigenen Erfahrungen: Rasche Veränderungen im Herzrhythmus entstehen meist dann, wenn die Anspannung oder der Stress zu groß ist, wenn man sich sportlich übernimmt oder falsch trainiert. Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) ist aus der Medizin und der Sportwissenschaft nicht mehr wegzudenken. Aktuelle Studien zeigen, wie ein HRV-kontrolliertes Training die physischen Gesundheitsressourcen stärken und die Risikofaktoren vermeiden kann. Besonders in der Steuerung des Leistungs- und Hochleistungstrainings nimmt die autonome Kontrolle mittels verschiedener Parameter der HRV in immer mehr Sportarten einen festen Platz ein und fungiert als sensibler Marker der individuellen Feinabstimmung der Trainingsbelastungen und zur Regenerationssteuerung.
Auch in der sich immer rasanter wandelnden Arbeitswelt mit ihren zunehmenden großen Herausforderungen für die Arbeitnehmer können mittels der HRV wichtige Rückschlüsse auf die psychische Belastung gezogen und die heute deutlich veränderten Ursachen für die Beanspruchung erfasst werden. Daher spielt die Herzfrequenzvariabilität in der Arbeitsmedizin mittlerweile eine große Rolle bei der Erkennung und in der Prävention der Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Seit der aktualisierten HRV-Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie 2015 hat die klinische Anwendung von Parametern mit Blick auf die „autonome Funktion‟, die zu Kreislaufkollaps und zu Herzrhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod führen können, nochmals einen Schub erhalten. In der Kardiologie erweist sich eine niedrigere Herzfrequenz als ein unabhängiges Merkmal des Überlebens von Patienten mit koronarer Herzerkrankung und chronischer Herzinsuffizienz.

„Wir möchten im Rahmen des Kongresses die klinischen Anwendungen von neuen und etablierten Parametern der HRV und die klinische Wertigkeit der basalen Herzfrequenz zur Risikoerkennung charakterisieren. Darüber hinaus soll die Relevanz beim akuten Koronarsyndrom, bei der chronischen Herzinsuffizienz und beim Vorhofflimmern sowie als Anwendung in der Sportmedizin diskutiert werden‟, erläutert Kongressleiter Prof. Dr. Kuno Hottenrott vom Institut für Sportwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der Sportwissenschaftler freut sich besonders, dass es bei der siebten Auflage des Symposiums gelungen ist, Arbeitsmediziner und Kardiologen intensiver einzubinden. „So können wir die verschiedenen Perspektiven noch besser und aussagefähiger beleuchten‟, sagt Kuno Hottenrott. Im Wissenschaftlichen Komitee des Kongresses sind neben ihm Prof. Dr. med. Irina Böckelmann (Arbeitsmedizin, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg), PD Dr. Olaf Hoos (Fakultät für Humanwissenschaft, Julius-Maximilians-Universität Würzburg) und Prof. Dr. med. Hendrik Schmidt (Klinik für Kardiologie und Diabetologie, Klinikum Magdeburg gGmbH / Universitätsklinikum Halle/Saale) vertreten.


(Quelle: PM der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft)
Letzte Änderung: 03.03.2017 - Ansprechpartner: Webmaster