Blut - ein Medikament, das Leben rettet!

Der Begriff „Blutkonserve“ ist allgemein bekannt, doch genau genommen viel zu ungenau. In der Medizin sind verschiedene Blutprodukte bekannt. Dabei handelt es sich um Medikamente, die aus gespendetem Blut hergestellt werden und arzneimittelrechtlich zugelassen sind. Wenn ein Patient im Rahmen einer Operation eine „Blutkonserve“ erhält, ist in der Regel ein Erythrozytenkonzentrat gemeint - ein Konzentrat aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten).

Heim 2014Prof. Dr. Marcell Heim, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit Blutbank, erklärt: „Voraussetzung für die Herstellung eines Erythrozytenkonzentrates ist die Spende von Vollblut. Ca. 500 ml Vollblut werden aus der Armvene in ein Beutelsystem, bestehend aus vier miteinander verbundenen Beuteln, gespendet. Dieses Beutelsystem liegt während der Blutentnahme auf einer Waage, die zum einen die korrekte Füllmenge überwacht und zum anderen das gespendete Blut mit einem Stabilisator vermischt, der die Gerinnung des Blutes verhindert und die Lagerung des fertig gestellten Medikamentes ermöglicht.“

Nach Abschluss der Spende wird die Einstichstelle mit einem Wundverband verschlossen und der Entnahmebeutel verplombt. Während sich die Spenderin bzw. der Spender im Aufenthaltsraum mit einem kleinen Imbiss stärken, lagert das Beutelsystem auf einer Kühlplatte. Nach wenigstens 60 Minuten Kühlung beginnt der nächste Verarbeitungsschritt. Prof. Heim: „Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) werden aus dem Medikament herausgefiltert. Anschließend wird das Beutelsystem zentrifugiert, um die Blutzellen und das Plasma voneinander zu trennen. Das Plasma, eine gelbliche Flüssigkeit, befindet sich nach der Zentrifugation oben im Beutel, während sich die Erythrozyten im unteren Bereich absetzen. Mit speziellen Maschinen werden anschließend die Erythrozyten über Schlauchverbindungen im Beutelsystem in den einen Beutel und das Plasma in einen anderen Beutel gepresst. Das Ergebnis sind zwei Produkte: ein Plasmapräparat und ein Erythrozytenkonzentrat.“

Beide Medikamente werden je nach medizinischer Indikation eingesetzt. Die Erythrozyten sind für den Sauerstofftransport in unserem Organismus zuständig. Bei einem hohen Blutverlust beispielsweise, ist die ausreichende Sauerstoffversorgung des Körpers gefährdet und muss durch die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten wieder stabilisiert werden. Die im Plasma enthaltenen Eiweiße sind für die Blutgerinnung verantwortlich. Bei einer gestörten Blutgerinnung ist die Gabe von Plasma-Präparaten bzw. von Medikamenten, die aus Plasma hergestellt werden, lebensrettend. Auch die Blutplättchen, die Thrombozyten, sind entscheidend an der Blutgerinnung beteiligt. Ein Mangel an Thrombozyten bzw. eine Einschränkung der Funktionsfähigkeit der Blutplättchen kann beim Patienten zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen und die Transfusion eines oder mehrerer Thrombozytenkonzentrate erforderlich machen. Alle drei Medikamente, das Erythrozytenkonzentrat, Thrombozytenkonzentrat und Plasmapräparat können aus einer Vollblutspende gewonnen werden.

ek„Blutprodukte sind lebensrettende Medikamente, deren Einsatz in der Notfallmedizin oder bei vielen Operationen unbedingt erforderlich ist. Laut Statistik benötigen 70 bis 80 % der Bundesbürger mindestens einmal in ihrem Leben Blutprodukte. Voraussetzung für die ausreichende Versorgung der Patienten mit Blutprodukten ist die freiwillige Blutspende“, so der Institutsdirektor.

Das Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit Blutbank befindet sich im Haus 29 auf dem Gelände des Universitätsklinikums in der Leipziger Str. (Einfahrt über Fermersleber Weg). Die Uni-Blutbank hat montags und donnerstags von 7.00 bis 12.00 Uhr, dienstags und mittwochs von 11.00 bis 19.00 Uhr, freitags von 07.00 bis 15.00 Uhr sowie jeden 1. Samstag im Monat von 9.00 bis 14.00 Uhr geöffnet.

Informationen unter: www.blutspende-magdeburg.de

Letzte Änderung: 01.03.2018 - Ansprechpartner:

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