Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 
Erste Vorlesung am 8. September 1954 an der MAM
Beschreibung
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Rückblick

Die Medizinische Akademie Magdeburg (MAM) wurde am 7. September 1954 auf der Basis vorhandener klinischer Einrichtungen der Stadt Magdeburg gegründet und anfangs dem Sudenburger Krankenhaus "Gustav Ricker" zugeordnet. Im Gründungsjahr standen zusammen mit der angegliederten Kinder- und Landesfrauenklinik vier Institute und acht Kliniken mit einer Gesamtzahl von 2 007 Betten für den Beginn der klinischen Ausbildung zur Verfügung.

Zu Beginn des ersten Ausbildungssemesters 1954 hatten sich allerdings nur 47 Studierende (vorwiegend aus Berlin und Leipzig) eingeschrieben. Ein Jahr darauf wurden bereits 157 neue Studenten zum klinischen Studium aufgenommen, zumal inzwischen der große Zentrale Hörsaal fertiggestellt war. 1960/61 konnte dann nach der Gründung der dazu notwendigen Institute mit der Vollausbildung von Ärzten begonnen werden. Die Jahre nach Gründung der MAM waren geprägt durch eine rege Bautätigkeit und eine kontinuierliche Zahl akademischer Neuberufungen mit entsprechender Erweiterung der Fachdisziplinen. Neben den Aufgaben in der Lehre und Forschung konzentrierte sich das Wirken der Akademie als medizinische Leiteinrichtung im damaligen Bezirk Magdeburg zunächst mehr auf die medizinische Versorgung der Bevölkerung, da sie neben den spezialisierten und hochspezialisierten medizinischen Leistungen auch für die Grundbetreuung des Stadtbezirkes Süd-Ost zuständig war.

Wegen der schwierigen Anfangsbedingungen war eine systematische Forschung nur langsam in Gang gekommen. So gab es in den ersten fünf Jahren lediglich 56 Promotionen und drei Habilitationen. Das Wissenschaftsprofil der 60er Jahre bestand neben der Initiativforschung im Wesentlichen aus der Kinderpathologie und Neurobiologie. Mit der Erweiterung des Forschungsspektrums durch die vorklinischen Bereiche stieg die Zahl der Promotionen und Habilitationen steil an. In den 70er und 80er Jahren kristallisierten sich dann drei Hauptprofillinien heraus: Neurowissenschaften, Immunologie, Schwangerschaft und kindliche Entwicklung.

Als schließlich der Kinderarzt Professor Horst Köditz als letzter gewählter Rektor der MAM vor der Uni-Gründung sein Amt antrat (1990-1993), galt es, den begonnenen Weg der demokratischen Umgestaltung zu einer leistungsfähigen Hochschule fortzusetzen und die von allen Seiten geforderte tiefgreifende und schnelle Erneuerung an der Akademie zu realisieren. Der Erneuerung von außen folgte die Erneuerung von innen. Neben der Organisation von Mitteln für Bauvorhaben und dem Erwerb moderner diagnostischer und therapeutischer Geräte im Wert zweistelliger Millionenhöhe erfuhr ie Medizinische Akademie von vielen Seiten Unterstützung zur materiellen Verbesserung der medizinischen Betreuung. Bis zum Studienjahr 1990/91 wurde über die Zulassung zum Medizinstudium durch eine Kommission der MAM entschieden, ab dem Wintersemester 1991/92 erfolgte die erstmalige Vergabe von Studienplätzen durch die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS).

Mit der Gründung der Otto-von-Guericke-Universität am 3. Oktober 1993 durch den Zusammenschluss der Magdeburger Hochschulen wurde aus der Medizinischen Akademie die Medizinische Fakultät. Bis zu diesem Zeitpunkt waren aus der MAM 3 948 examinierte Ärztinnen und Ärzte hervorgegangen, 2 723 Promotionen und 203 Habilitationen waren zu verzeichnen. Jährlich waren zwischen 30 000 und 40 000 Patienten stationär und zwischen 300 000 und 650 000 ambulant versorgt worden.

Jubiläumsfest 2014 22014: Bilanz nach 60 Jahren

Mit  26  Kliniken, 8 Bereichen und 10 Instituten mit Auftrag in der Krankenversorgung und mehr als 4.000 Mitarbeitern bietet die Hochschulmedizin in Magdeburg beste Voraussetzungen sowohl für die Aufgaben eines Krankenhauses der Maximalversorgung mit 1.102 Betten für jährlich etwa 45.000 stationär behandelte Patienten als auch als Ausbildungsstätte für  zukünftige Ärzte sowie für die Forschung.

Seit 2007 befinden sich bis auf die Universitätsfrauenklinik alle Einrichtungen auf dem Hauptcampus an der Leipziger Straße im Süden der Landeshauptstadt. In dessen Zentrum entstand bis 2005 ein von 13 Kliniken genutzter 7-stöckiger Neubaukomplex mit u.a. 16 OP-Sälen und 4 Intensivstationen. Die Behandlung der Patienten erfolgt mit modernster Medizintechnik, beispielhaft sind hervorzuheben das PET-CT, das Tomotherapie-Bestrahlungsgerät, das intraoperative Bestrahlungssystem INTRABEAM, das SPECT-CT und die experimentelle DSA-Anlage.

Die bereits zu Zeiten der MAM etablierten, interdisziplinär wahrgenommenen Forschungsschwerpunkte „Neurowissenschaften“ bzw. „Immunologie einschließlich Molekulare Medizin der Entzündung“ haben kontinuierlich räumliche und personelle Erweiterung, inhaltliche Aktualisierung und nicht zuletzt nationale und internationale Anerkennung gefunden.

Die Resultate wissenschaftlicher Arbeit fanden auf Tagungen und Kongressen, in ungezählten Publikationen und in bisher insgesamt 387 abgeschlossenen Habilitations- und 4 236 erfolgreich beendeten Promotionsverfahren messbaren Ausdruck.

Für die etwa 1.500 Studierenden auf dem Campus - die künftigen Ärztinnen und Ärzte  - bestehen somit gute Vorbedingungen für die Verwirklichung des Prinzips der engen Verknüpfung von Lehre und Forschung an einem Hochschulklinikum. Neben dem praxisnahen Unterricht haben interessierte Studenten auch die Möglichkeit, ihren Blick durch Auslandsaufenthalte zu erweitern. Bislang haben mehr als 6.000 Absolventen ihr Medizinstudium in Magdeburg erfolgreich beendet.

Die Wirtschaftsführung der Universitätsmedizin Magdeburg war bis 2005 herkömmlich als Landesbetrieb organisiert. Seit 2006 ist das Universitätsklinikum Magdeburg eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts (A.ö.R.) des Landes Sachsen-Anhalt. Die Zusammenarbeit mit der Fakultät basiert auf einem Kooperationsmodell.

Die investive Ausstattung von Klinikum und Fakultät ist seit Jahren unzureichend. Dies führt u. a. dazu, dass die Investitionsquote des Universitätsklinikums deutlich unter der durchschnittlichen Investitionsquote von anderen Universitätsklinika und unter dem rechnerisch vom Verband der Universitätsklinika Deutschland ermittelten Bedarf liegt.

Dennoch steht das Universitätsklinikum Magdeburg mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch weiterhin dafür, allen Patientinnen und Patienten eine optimale, den wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechende hochqualitative Behandlung zukommen zu lassen.

Letzte Änderung: 20.07.2015 - Ansprechpartner: Webmaster