Veröffentlichung im Forschungsjournal "Blood"
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26.01.2011 09:37
Veröffentlichung im Forschungsjournal "Blood" |
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Einen wichtigen Fortschritt im Verständnis des Immunsystems hat ein internationales Forscherteam um Professor Dr. Matthias Gunzer vom Institut für Molekulare und Klinische Immunologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erzielt. Die Wissenschaftler konnten erstmals zeigen, wie Zellen der körpereigenen Abwehr massenweise aus dem Knochenmark ausgeschwemmt werden und damit die Immunabwehr stärken. Videosequenzen zeigen die Mobilisierung der sogenannten neutrophilen Granulozyten. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse jetzt im renommierten Forschungsjournal "Blood" (doi:10.1182/blood-2010-09-308387).
Wie schon Goethe in seinem Roman "Faust" zu berichten wusste, ist Blut ein "ganz besonderer Saft". Er besteht aus unterschiedlich spezialisierten Zellen, die ständig erneuert werden. Ein Großteil dient der Abwehr krankmachender Bakterien. In vorderster Abwehrlinie stehen die sogenannten neutrophilen Granulozyten. Sie entstehen aus unspezialisierten Vorläuferzellen (Stammzellen) des Knochenmarks und werden beim Kontakt mit Krankheitserregern massenweise in das Blut ausgeschüttet. Mit dem Blutstrom wandern sie in das infizierte Gewebe und bekämpfen die Erreger. Der Vorgang, den die Wissenschaftler als "Mobilisierung" bezeichnen, wird durch einen körpereigenen Wachstumsfaktor mit dem etwas sperrigen Namen "Granulocyten-Koloniestimulierender Faktor" - kurz G-CSF - ausgelöst.
Dieses Wissen nutzen Mediziner seit etwa zwei Jahrzehnten u.a. in der Chemotherapie von Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe (akute Leukämien, Morbus Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphome), sowie von bestimmten Tumoren (z.B. Mammakarzinom, Hodenkrebs und Weichteilsarkomen).
Das konnte die Forschergruppe jetzt u.a. mit Hilfe moderner Bildgebungstechniken wie der sogenannten 2-Photonen-Mikroskopie aufklären. Den Immunologen der Universität in Magdeburg gelang es, die Bewegung neutrophiler Granulozyten im Knochenmark im lebenden Organismus zu beobachten. "Wir konnten zeigen, dass die neutrophilen Granulozyten normalerweise relativ ruhig im Knochenmark umherlaufen. Sobald aber G-CSF eintrifft, werden sie rasend schnell und beginnen, massiv in die Blutgefäße, die reichlich im Knochen vorhanden sind, einzuwandern", so der Magdeburger Immunologe Professor Gunzer.
Nutzen der Forschungsergebnisse Die wissenschaftlichen Ergebnisse können nicht nur die Befunde aus der klinischen Praxis erklären, sondern in Zukunft vielleicht auch dazu beitragen, die Chemotherapien unter Einsatz von G-CSF weiter zu verbessern, hoffen die Forscher.
Prof. Dr. Matthias Gunzer |
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