CT-gesteuerte Brachytherapie
- CT-gesteuerte Brachytherapie
- Radiofrequenzablation
- Laserinduzierte Thermotherapie
Neben der Chemotherapie und der Chirurgie hat sich in den letzten beiden Dekaden ein immer größer und wichtiger werdender Zweig der Tumorbehandlung entwickelt: die lokal ablativen Verfahren. Ziel dieser Verfahren ist es, unter möglichst geringem Aufwand ( minimalinvasiv ) und unter Schonung von umgebendem Gewebe, die Tumoren vor Ort zu veröden. In der Praxis finden folgende Verfahren Anwendung:
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Bei einem lokalen Befall einzelner Organsystem kann mit diesen Verfahren oftmals eine sichere und effektive Verödung des Tumors erzielt werden und eine Chemotherapie oder Operation ausgesetzt oder verschoben werden. Hauptsächlich kommen diese Verfahren in der Behandlung von metastasierten Tumorerkrankungen zum Einsatz. Hier stellen
- Lebermetastasen
- Lungenmetastasen
- Lymphknotenmetastasen
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verschiedenster Tumorarten, jedoch führend vom Darmkrebs, die häufigste Indikation dar. Zudem zeigen Studien auch hoffnungsvolle Ergebnisse für die Behandlung des
- Leberzelltumors (Hepatozellulärer Tumor)
- Gallengangstumor (Cholangiozellulärer Tumor)
- Nierenzelltumors
Der auf Wärmewirkung basierenden Verfahren der Radiofrequenzablation und der Laserinduzierten Thermotherapie sind Tumoren, die in Gefäßnähe wachsen, gut durchblutet sind oder eine Größe von 5cm überschreiten, nicht zugänglich. Zudem ist eine Adaptation an die Tumorgeometrie nicht möglich. Die CT-gesteuerte Brachytherapie kann die lokal ablativen Verfahren um diese Spektren erweitern, wobei ebenfalls natürlich auch kleinere Tumoren, die mit der Radiofrequenzablation oder der Laserinduzierten Thermotherapie behandelt werden könnten, mit der CT-gesteuerten Brachytherapie zuverlässig zu verödet sind.
Vor der Durchführung der CT-gesteuerten Brachytherapie wird zunächst der Status der Tumorerkrankung mittels Laborwertanalysen, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und Szintigraphie erhoben. Zusätzlich findet bei Notwendigkeit die PET-CT Anwendung.
Grundsätzlich ist die CT-gesteuerte Brachytherapie eine Strahlentherapie, bei der die Strahlenquelle, Iridium 192, kurzzeitig direkt in das Zentrum des Tumors gebracht wird. Die Behandlung gliedert sich in folgende Schritte, exemplarisch anhand der Leber und der Lunge illustriert:
- Unter lokaler Betäubung und Gabe von schmerzlindernden Substanzen, Punktion des/der Tumors/Tumoren unter computertomographischer (CT) Sicht und Einlage von Kathetern.
- Computergestützte Errechnung eines Bestrahlungsplanes und computergesteuertes Einfahren der Iridium 192 Strahlenquelle über die Katheter in den Tumor.
- Entfernen der Katheter und Einlage von blutstillenden Schwämmchen in den Punktionskanal
- Kontrolle der Therapie mit Magnetresonanztomographie oder Computertomographie und Blutkontrollen.


Praktische Informationen:
- Insgesamt ist mit einem stationären Aufenthalt von 4-5 Tagen zu rechnen.
- Mindestens zwei Wochen vor und auch nach der CT-gesteuerten Brachytherapie sollte bei Eingriffen an der Leber die Gabe von Chemotherapeutika nicht erfolgen.
- Blutverdünnende Medikament (ASS, Aspirin, Marcumar, Falithrom) sind in Rücksprache mit dem Hausarzt 7-10 Tage vor der Behandlung abzusetzen.
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Minimalinvasive Behandlung von Tumoren mittels Radiofrequenzablation / RFA
Liebe Patienten!
An dieser Stelle möchten wir Sie über die minimal invasive Therapie von Tumoren mittels RFA informieren. Diese Therapie wird in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsklinik Magdeburg angeboten.
Weitere Informationen können Sie über unser Info-Telefon: 0391 67 13030 anfordern.
Ansprechpartner in unserer Klinik sind
Prof. Dr. med. J. Ricke
Die Radiofrequenz-Ablation (Synonym RFA oder auch "Thermoablation") nutzt hochfrequenten elektrischen Strom, um Gewebe in einem definierten Gebiet zu erhitzen und damit zu zerstören. Die Applikation des Hochfrequenzstroms erfolgt über spezielle Sonden, die bildgestützt gezielt in Tumoren eingebracht werden. Die Platzierung der Sonden erfolgt unter computertomographischer, sonographischer oder auch MRT - Kontrolle. Ist die Punktionsnadel sicher in einem Zieltumor positioniert, kann die Läsion mittels Hochfrequenzstrom erhitzt und in einem Intervall von 15 bis 30 min zerstört werden.
Elektrischer Wechselstrom in sehr hohen Frequenzen wirkt sich nicht auf Herzrhythmus oder Muskulatur aus. Demgegenüber führt der schnelle Wechsel (450 - 700 kHz = 450 000 bis 700 000 mal je Sekunde) der Flussrichtung des Stromes zu einer Schwingung der geladenen Teilchen im Gewebe, die wiederum Hitze um den Applikator erzeugt. Über den elektrische Widerstand des Tumorgewebes oder direkt die Temperatur im Zielgebiet, gemessen über den Applikator, kann zuverlässig der Zeitpunkt der vollständigen Verödung des zu behandelnden Gewebes ermittelt werden.
Die Radiofrequenzablation wird bei der Behandlung von nicht operablen Patienten mit Tumoren der Leber oder der Lunge angewandt. In der Leber zählen dazu sowohl lebereigene Tumoren wie das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) oder das Cholangiozelluläre Karzinom (CCC) als auch Lebermetastasen anderer Tumore.
In der Lunge werden ebenfalls sowohl primär in der Lunge entstandene Tumoren als auch Metastasen therapiert.
Außerhalb von Leber und Lunge ist weiterhin die Behandlung von Tumoren und Metastasen in Nieren, Nebennnieren, Lymphknoten und Knochen oder Wirbelsäule möglich.
Bei der Therapie gutartiger Tumore ist insbesondere die Radiofrequenzablation von Osteoidosteomen hervorzuheben.
Bei der Indikationsstellung zur RFA werden Anzahl Lokalisation und Größe der Tumore eingeschätzt. Bestimmte Werte sollten dabei nicht überschritten werden. Die Indikationsstellung wird nach intersiziplinärer Absprache mit behandelnden Onkologen, Chirurgen und Strahlentherapeuten gestellt.
Wurde nach einem ausführlichen Aufklärungs- und Beratungsgespräch, Erfassung aller bisherigen Therapiedaten und der interdisziplinären Indikationsstellung die Möglichkeit einer Radiofrequenztherapie festgestellt werden die Patienten auf unsere Station (Station DR8b, Haus 60) in der Universitätsklinik der Universität Magdeburg aufgenommen.
Der eigentliche Eingriff erfolgt immer bildgeführt, meist CT - gestützt, alternativ ist auch eine sonographische oder MRT - Führung des Eingriffs möglich. Vorbereitend auf den Eingriff wird ein venöser Zugangsweg angelegt, um eine Gabe von Schmerz- und Beruhigungsmedikamenten vor und während dem Eingriff zu ermöglichen. Die Gabe erfolgt bereits vorbereitend als auch während des Eingriffs angepasst an eventuelle Beschwerden. Die Patienten werden unterdessen kontinuierlich mittels Blutdruck- Puls- und Sauerstoffkontrolle überwacht.
Eine Vollnarkose ist im Regelfall nicht notwendig, kann aber in bestimmten Situationen notwendig sein.
Nach Anfertigung von Planungsaufnahmen und der Festlegung des Zugangsweges erfolgt die Hautdesinfektion und sterile Abdeckung des Punktionsfeldes. Unter örtlicher Betäubung des Punktionsweges wird der Applikator im zu behandelnden Tumor positioniert und nach Überprüfung der korrekten Lage die Behandlung durchgeführt. Innerhalb eines Zeitraumes von etwa 25 min wird der Tumor dabei auf bis zu 100°C erhitzt und zerstört. Das abgetötete Gewebe wird in den nächsten Monaten von körpereigenen Zellen abgebaut.
Je nach Größe der Tumoren und Beschwerden der Patienten können innerhalb eines Eingriffs auch mehrere Tumoren abladiert werden.
Weiterer Verlauf:
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Im weiteren Verlauf erfolgt eine stationäre Beobachtung über maximal etwa 3 Tage. Das Behandlungsergebnis wird dann nach Intervallen von 6 Wochen und 3 Monaten vorrangig mittels MRT-Untersuchungen kontrolliert. Ansprechpartner, auch für weitere Fragen ist unsere Ambulanz für Mikrotherapie in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin.
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SIRT - Selektive Interne Radio-Therapie
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SIRT steht für "Selektive Interne Radio-Therapie" und ist eine innovative Behandlungsform von bösartigen Leberumoren für Patienten, bei denen eine Operation nicht in Frage kommt oder/und sich eine Chemotherapie als unwirksam erwiesen hat. Die SIRT wird gemeinsam von Nuklearmedizinern und Radiologen unter angiographischer Kontrolle durchgeführt.
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Die SIRT ist eine nuklearmedizinische Therapie und beruht auf dem Einbringen kleiner radioaktiver Kügelchen ("Mikrosphären", Produktname: SIR-Spheres®) in das Tumorgewebe der Leber. Hierfür werden mehrere Millionen dieser kleinen Kügelchen über einen kleinen Katheter (Schlauch) verabreicht, der zuvor von der Leiste aus in die Leberarterie (Leberschlagader) gelegt wurde. Von dort sendet das in den Kügelchen enthaltene radioaktive Element Yttrium-90 über mehrere Tage hinweg (physikalische Halbwertszeit ca. 64 Stunden) eine Strahlung mit maximal 11 Millimeter Reichweite, aber hoher lokaler Strahlenwirkung ("Beta-Strahlung") aus. Dadurch kann die Gefahr einer Schädigung umliegender, gesunder Organstrukturen erheblich reduziert werden. Diese Art radioaktiv markierter Mikrosphären wurde bereits im Jahr 1987 in Australien entwickelt. Seit diesem Zeitpunkt hat sich die Therapieform stetig weiterverbreitet und ist in Europa seit 2003 als Medizinprodukt mit CE-Zertifizierung zum Gebrauch zugelassen. Weit über taus end Patienten wurden weltweit bereits mit diesem Verfahren behandelt.
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Die Behandlung wird grundsätzlich nur dann ins Auge gefasst, wenn
- andere etablierte Therapieverfahren weitgehend ausgeschöpft sind und darunter ein Fortschreiten des Leberbefalls aufgetreten ist
- die Einschlusskriterien für die Therapie erfüllt sind
- die Behandlung komplikationslos möglich ist
- die SIRT technisch durchführbar ist
Im Vorfeld ist sicherzustellen, dass andere lokale und systemische Therapieverfahren nicht (mehr) möglich sind, oder keinen ausreichenden Behandlungserfolg bieten. Hierzu gehören z.B. Operation, Radiofrequenzablation, HDR-Brachytherapie oder lokale bzw. systemische Chemotherapien.
Als wichtigstes Einschlusskriterium für die SIRT-Therapie gilt, dass das Tumorgewebe auf die Leber beschränkt ist, da die Behandlung aufgrund des Wirkprinzips nur innerhalb der Leber therapeutische Wirkungen erzielen kann. Tumorgewebe außerhalb der Leber wird von der Behandlung nicht erreicht. Voraussetzung für die Therapie ist deshalb, dass keine ausgeprägte extrahepatische Metastasierung bzw. kein Rest- oder Rezidivgewebe des Primärtumors vorliegt. Im Einzelfall kann hiervon abgewichen werden, wenn z.B. Knochenmetastasen über einen längeren Zeitraum keine Progression zeigen, da dann davon ausgegangenen wird, dass die Leber das bestimmende Organ in Bezug auf die Prognose des Patienten darstellt.
Komplikationslos ist die Therapie nur dann, wenn die Mikrosphären nach der Verabreichung sicher in der Leber verbleiben und nicht mit dem Blut über Kurzschlussverbindungen in die Lunge oder über kleine Seitengefäße in andere Organe (wie Magen, Gallenblase, Duodenum, Pankreas) gelangen können. Außerdem muss eine weitgehend erhaltene Leberfunktion vorliegen, dies wird über Laborbestimmungen geprüft (z.B. Bilirubin im Normbereich oder allenfalls leicht erhöht, Leberenzyme nur leicht erhöht, etc) und das normale Lebergewebe darf nicht durch eine vorangegangene externe Strahlentherapie oder bestimmte Formen einer laufenden Chemotherapie (Capecitabine) vorgeschädigt sein. In der Regel ist die Behandlung auch nicht möglich, wenn ein Aszites vorliegt. Diese Aspekte werden im Rahmen der Voruntersuchungen zur Therapieplanung geprüft.
Technisch durchführbar ist die Behandlung, wenn die Leberarterien mit einem Katheter zugänglich und sondierbar sind, keine wesentliche Anomalie der Gefäßversorgung vorliegt, Äste, die andere Organe versorgen, vor Therapie ohne Risiko verschlossen werden können und die Pfortader frei durchgängig ist.
Vor der SIRT wird eine ausführliche Anamnese (Krankengeschichte) des Patienten erhoben. Alle bereits vorliegenden Befunde müssen kritisch in Hinblick auf die Indikationsstellung und auf das Vorliegen möglicher Kontraindikationen hin überprüft werden. Zur sicheren diagnostischen Abklärung ist die Durchführung einer Schnittbilddiagnostik unumgänglich. Dafür sollte auf jeden Fall eine kontrastmittelverstärkte Computertomographie des Brust- und Bauchraumes durchgeführt werden. Zusätzlich kann auch eine Magnetresonanztomographie erforderlich sein.
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Indikationen für eine SIRT sind primäre (z. B. Hepatozelluläres Karzinom (HCC), Cholangiozelluläres Karzinom (CCC)) und sekundäre (z. B. Metastasen eines Kolorektalen Karzioms, eines Mammacarzinoms, eines Melanoms, Karzinoide.) Tumore der Leber. Es muss sichergestellt sein, dass eine operative Entfernung des Lebertumors nicht möglich ist und etablierte Verfahren, wie z. B. die systemische Chemotherapie kein oder nur ein begrenztes Ansprechen des Tumors bewirken. Zusätzlich müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
- keine vorherige perkutane Bestrahlung der Leber
- kein Nachweis von Aszites (Bauchwassersucht)
- intakte Leberfunktion
- Shuntvolumen zwischen Leber und Lunge < 20%
- in der Vorbereitungs-Angiographie kein Nachweis eines Refluxes in andere Organbereiche
- keine Tumormanifestation außerhalb der Leber*
- keine Behandlung mit Capecitabine 4 Wochen vor oder nach der SIRT
- keine komplette Thrombose der Pfortader
- Art des Tumors (z.B. Bericht des Pathologen, Arztbriefe)
- Zusammenstellung der bisher erfolgten Behandlungen (möglichst exakte Aufstellung der durchgeführten Chemotherapien, den entsprechenden Behandlungszeitraum und den Erfolg der Behandlung).
- Aktuelle Computertomographie von Brust- und Bauchraum (Bilddaten auf CD-ROM oder Film, Befundkopie).
- Aktuelle Laborwerte (Tumormarker-Labor, Leberwerte, Bilirubin).
* in Einzellfällen sind Ausnahmen möglich.
Anhand von vorab zugesandten Unterlagen wird geprüft, ob im Einzelfall die wichtigsten Einschlusskriterien erfüllt sind. Hierzu bitten wir um Zusendung folgender Informationen:
Bei der Beschaffung dieser Unterlagen ist in der Regel der Hausarzt oder der behandelnde Onkologe behilflich.
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Stellt sich nach Durchsicht der Unterlagen heraus, dass die SIRT Behandlung tatsächlich eine viel versprechende Option darstellt, sind weitere Untersuchungen nötig, für die die Patienten kurzfristig auf unsere Station DR8b stationär einbestellt werden.
Während dieses in der Regel zwei- bis dreitägigen Aufenthalts werden neben einer ausführlichen Bestimmung von Laborwerten eine Kernspintomographie (MRT) der Leber (und/oder das Ganzkörpers) sowie eine Computertomographie des Brust- und Bauchraumes durchgeführt. Die beiden letztgenannten Untersuchungen haben zum Ziel, die aktuelle Ausdehnung und Ausprägung des Leberbefalls festzustellen und einen Befall anderer Organe auszuschließen.
Zudem wird die Gefäßversorgung der Leber mittels einer Gefäßdarstellung (Angiographie) unter Durchleuchtung sichtbar gemacht. Dies geschieht durch das praktisch schmerzlose Einführen eines kleinen Katheters in die Leiste, der bis in die Leberregion vorgeschoben wird. Gefäße, die von der Leber weg zu anderen Organen führen und damit für die SIRT ein Problem darstellen, können so frühzeitig erkannt und ggf. verschlossen werden. Zudem wird im Rahmen dieser Untersuchung die eigentliche Therapie durch Einspritzen eines radioaktiven Stoffes mit ähnlichen Eigenschaften wie die therapeutischen Mikrosphären simuliert. Diese Substanz enthält jedoch keine schädigende Strahlung. Es kann somit die Verteilung der eigentlichen Therapiesubstanz im Vorfeld abgeschätzt werden und ein Durchfluss (Shunt) in die Lunge ausgeschlossen werden.
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Wenn sich keine Kontraindikationen für die Durchführung der Therapie ergeben, erfolgt die eigentliche Behandlung während eines erneuten stationären Aufenthaltes auf unserer nuklearmedizinischen Therapiestation ca. 1 Woche nach der Vordiagnostik.
Es wird dann zur Vorbereitung der Behandlung erneut eine Gefäßdarstellung der Leber durchgeführt und je nach Erfordernis kleine Gefäßäste verschlossen, um mit einem hohen Maß an Sicherheit einen Abstrom der Therapiesubstanz in andere Organe auszuschließen. Dann wird die Therapiesubstanz langsam und portionsweise (ca. über 30 bis 60 Minuten) über den liegenden Katheter in die Leberarterie und unter Prüfung der jeweiligen Flussverhältnisse eingespritzt. Je nach Befall der Leber wird die Therapie auf die beiden Leberlappen aufgeteilt mit einem Abstand von ca. 4 - 6 Wochen zunächst der eine, dann der andere Leberlappen behandelt um eine größtmögliche Schonung des gesunden Lebergewebes zu gewährleisten.
Nach der Verabreichung der SIR-Spheres® wird der Katheters entfernt und - wie bei der Vordiagnostik - soll der Patient im Anschluss ca. 5-6 Stunden Bettruhe einhalten, um eventuellen Nachblutungen aus der Leiste vorzubeugen. Nach der Therapie wird die Verteilung der SIR-Spheres® im Rahmen einer Ganz- und Teilkörperszintigraphie dokumentiert.
Um eventuelle Nebenwirkungen zu vermeiden, werden parallel zur SIR-Spheres® Therapie Begleitmedikamente verabreicht. Zur Vorbeugung einer eventuellen Leberschwellung bei Lebermetastasierung wird Fortecortin (am Tag der Therapie intravenös, dann oral) verabreicht. Da dieses Medikament wiederum zu Magenbeschwerden führen kann, wird während der Fortecortin-Gabe auch ein Magenschutz (Pantozol) gegeben. Um für eine ausreichende Hydrierung zu sorgen, wird am Tag der Therapie und dem Tag danach ca. 1,5 Liter Kochsalzlösung über die Vene infundiert. Optional werden bei Bedarf Schmerzmittel und Medikamente gegen Übelkeit/Erbrechen verabreicht. Zusätzlich findet eine Entzündungsvorbeugung mit Antibiotika statt.
Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland ist nach der Therapie ein mindestens 2-tägiger stationärer Aufenthalt vorgeschrieben. Eine ambulante Durchführung dieser Therapie ist aufgrund der Gesetzeslage in Deutschland generell nicht möglich. Die Entlassung erfolgt in Abhängigkeit vom klinischen Zustand, in der Regel ca. 3-4 Tage nach Therapie, zu diesem Zeitpunkt haben sich die unten genannten möglichen akuten Nebenwirkungen in der Regel wieder rückgebildet und die Laborparameter weitgehend normalisiert (kurzer passagerer Anstieg der Leberwerte als Reaktion auf die Therapie).
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Meist wird die Behandlung gut vertragen. Bei einigen Patienten treten allerdings kurzzeitig (u.U. bereits während der Behandlung) Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Fieber auf, die sich aber in der Regel durch Gabe von Medikamenten sehr gut behandeln lassen und meist nach 1 bis 2 Tagen wieder abgeklungen sind. Häufig besteht nach der Behandlung noch über mehrere Tage oder Wochen Müdigkeit und verringerter Appetit.
Sehr selten können schwerwiegendere Nebenwirkungen auftreten, z.B. dann, wenn trotzt aller Vorsichtsmaßnahmen Mikrosphären in andere Organe (z.B. den Magen, die Bauchspeicheldrüse, die Lunge) abfließen sollten. Auch kann in seltenen Fällen die Strahlenexposition des normalen Lebergewebes zu einer zeitweiligen oder bleibenden Verschlechterung der Leberfunktion (Strahlenhepatitis) führen. Dieser Effekt ist in der Regel erst ca. 2 Monate nach der Therapie zu beobachten.
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Wir achten darauf, dass der Patient für die gesamte Dauer der Behandlung bequem und ruhig liegen kann. Während der Behandlung werden die Vitalparameter des Patienten (Puls, Blutdruck) in regelmäßigen Abständen kontrolliert und auch dokumentiert. Jeder Patient erhält einen periphervenösen Zugang, damit Infusionen oder Medikamente während des Eingriffs verabreicht werden können. Im Bereich des Zugangsweges in der Leiste wird ein Lokalanästhetikum in die Haut und das Unterhautfettgewebe gespritzt. Unter dieser Medikation erfolgt der Eingriff in der Regel schmerzfrei. Häufig kommt es nach dem Eingriff zu einem Postembolisations-Syndrom. Minuten bis Stunden nach der Prozedur kann es zu mehr oder minder starken Oberbauchsschmerzen kommen. Zusätzlich werden Übelkeit, Erbrechen und Fieber beobachtet. Diese Beschwerden lassen sich jedoch medikamentös sehr gut beherrschen. Diese Symptomatik kann in seltenen Fällen bis zu einer Woche nach der Therapieandauern.
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Bei der SIRT wird in Form von Mikrosphären ein kurzwirksamer Betastrahler in die tumorversorgenden Gefäße eingebracht. Betastrahler haben im Lebergewebe eine sehr kurze Reichweite von nur wenigen Millimetern bis zu ca. 1cm. Dadurch wird in der Leber bzw. im Tumorgewebe eine sehr hohe Strahlendosis erreicht, während im gesunden Lebergewebe bzw. in den umliegenden Organstrukturen nur eine sehr geringe Strahlenexposition entsteht. Innerhalb der Leber entsteht durch Wechselwirkung mit dem Gewebe Röntgenbremsstrahlung, die eine größere Reichweite als die Betastrahlung aufweist. Daher ist in Deutschland ein 48-stündiger Aufenthalt auf einer entsprechend ausgestatteten Station erforderlich. Die Halbwertszeit des Yttriums liegt bei ca. 3 Tagen. Nach ca. 11 Tagen ist keinerlei Strahlenemission des Patienten mehr nachweisbar. Die vom Patienten ausgehende Strahlung ist dabei so gering, dass nach Ablauf der ersten 48 Stunden gegenüber anderen Personen keine weiteren Schutzmaßnahmen mehr notwendig sind. Einzig gegenübe r Schwangeren sollte in den ersten Tagen nach der SIRT etwas Abstand eingehalten werden.
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Die Behandlung mittels SIRT sollte keine Hoffnungen auf eine Heilung der Tumorerkrankung wecken, auch wenn die Behandlung bei einzelnen Patienten den Tumor so weit reduzieren konnte, dass er mit den gängigen Untersuchungsverfahren nicht mehr nachweisbar war.
Primäres Behandlungsziel ist eine Lebensverlängerung und eine Verbesserung der Lebensqualität. Im Einzelfall konnte durch die SIRT eine so starke Abnahme des Tumorvolumens erzielt werden, dass die restlichen Tumorzellen operativ entfernt oder durch Radiofrequenzablation verkocht werden konnten. In den meisten Fällen wird als Zeichen des Therapieerfolges ein Abfall der Tumormarker konstatiert.
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Sechs Wochen und 12 Wochen sowie darauffolgend alle drei Monate nach der Therapie erfolgt neben der laborchemischen Kontrolle eine MRT zur Kontrolle des Behandlungserfolges.
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Die SIRT ist eine kostenintensive Behandlungsmaßnahme, für die in einzelnen Zentren - wie der Universitätsklinik Magdeburg - die Kosten im Rahmen spezieller Verträge von den Krankenkassen übernommen werden (im Zuge von Abkommen über neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden liegen Genehmigungen für eine bestimmte Fallzahl/Jahr vor) Sollten Patienten nicht in Deutschland krankenversichert sein, bitten wir um rechtzeitige Kontaktaufnahme, um die Kostenübernahme durch ggf. ausländische Krankenkassen im Vorfeld rechtzeitig zu klären.
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Zunächst ist zu prüfen, ob die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine Behandlung erfüllt sind (siehe obige Ausführungen). Zur Begutachtung Ihres Falles schicken Sie uns bitte
- einen ausführlichen Bericht Ihres behandelnden Arztes mit der Schilderung Ihrer Beschwerden und Angabe bisher bereits durchgeführter Therapiemaßnahmen. Weiterhin Darlegung relevanter Vor- und Begleiterkrankungen.
- eine aktuelle CT-Untersuchung (Computertomographie) des gesamten Hals-, Brust- und Bauchraumes.
- ggf. eine MRT-Untersuchung der Leber
- und einen Überweisungsschein (Evaluation SIRT)
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an folgende Adresse:
Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Magdeburg
Ambulanz für Mikrotherapie
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg
Tel.: +49 (0391) 67-13199
Fax: +49 (0391) 67-13029
Nach Eingang Ihrer medizinischen Unterlagen werden diese von uns sorgfältig geprüft und Ihnen zeitnah mitgeteilt, ob die SIRT für Sie in Frage kommt.
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