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Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS)


Neurowissenschaftliche Forschung gehörte traditionell seit dem Bestehen der Medizinischen Akademie Magdeburg (gegründet 1954) zu den profilbestimmenden Forschungsschwerpunkten. Dabei spielte die Erforschung der Lern- und Gedächtnisprozesse eine herausragende Rolle.

In den achtziger Jahren wurde folgerichtig die Gründung eines Instituts für Neurobiologie und Hirnforschung als Institut der Akademie der Wissenschaften der DDR beschlossen. Nach dem gesellschaftlichen Umbruch 1989 wurde die Einrichtung umbenannt in das Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN). Die fakultätsübergreifende Kooperation des LIN mit der medizinischen Fakultät (seit 1993 der Otto-von-Guericke-Universität) und dem Zenit (Zentrum für Neurowissenschaftliche Innovation und Technologie) entwickelte den Wissenschaftsstandort Magdeburg zu einem Kompetenzzentrum für Neurowissenschaftliche Lern- und Gedächtnisforschung. Angesiedelt ist diese auch an den Fakultäten für Naturwissenschaften, zunehmend an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik  in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und Automatisierung, (IFF) , dem Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme (MPI)  sowie mit kleineren Unternehmen und Ausgründungen im Umfeld der Universität.

Zur besseren Vernetzung und der Nutzung der Synergieeffekte dieser vielfältigen Forschungslandschaft wurde im Februar 2007 das „Center for Behavioral Brain Sciences“ (CBBS) gegründet. Sie versteht sich als eine Organisationsstruktur, die in einer fakultätsübergreifenden Kooperation alle o.g. Einrichtungen zusammenfasst.

Inhaltlich geht es um die Erforschung der Hirnmechanismen von normalen und gestörtem Verhalten. Eine Stärke des CBBS ist seine vergleichende Forschung an plastischen Hirnmechanismen, die z.B. Lernen ermöglichen. Dabei spielen Aufmerksamkeit, Emotion und Motivation eine große Rolle, weil sie Lernen und Gedächtnis beeinflussen und unser Verhalten nachhaltig steuern. Botenstoffe wie Acetylcholin, Noradrenalin, Serotonin und insbesondere Dopamin spielen bei der Wahrnehmungsfähigkeit eine wichtige  Rolle. Parkinson Patienten produzieren ungenügend Dopamin, sodass dieser Mangel zu motorischen Störungen führt, aber oft kommen auch auf Grund des Dopaminmangels  Lern- und Gedächtnisstörungen hinzu.

Das Ziel des CBBS ist hier nach Angriffspunkten zu forschen um intellektuelle Koordinationsstörungen bei verschiedenen Hirnerkrankungen zu beheben. Die gerätetechnischen Möglichkeiten insbesondere in Bezug auf modernste Bildgebungsverfahren wurden 2005 durch die Einweihung des europaweit ersten 7 Tesla Magnetresonanztomographen (MRT) für Untersuchungen am Menschen bedeutend erweitert. Auch die Etablierung des Center of Advanced Imaging sowie entsprechende Berufungen und Umprofilierungen an der Universität trugen zur positiven Entwicklung des Neurostandortes bei.

Ein aktuelles und zentrales Forschungsthema des CBBS ist der Einsatz von Neuroprothesen nachdem Nerven oder Hirnregionen geschädigt wurden. Dabei gehen die Forscher der Frage nach, welche Hirnerkrankungen und Schädigungen sich für Rehabilitation und Training mit einen Hirnschrittmacher oder technischen Neuroprothesen eignen. Forschungen konnten es mittlerweile zeigen, das elektrische Stimulation durch die„Tiefe Hirnstimulation“ Parkinson Patienten helfen kann.

Dem Sprecherrat des CBBS gehören Vertreter der verschiedenen neurowissenschaftlichen Fach- Disziplinen an: Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze (Universitätsklinik für Neurologie und LIN), Prof. Dr. Eckart Gundelfinger (Molekular- und Zellbiologie; LIN) und Prof. Dr. Stefan Pollmann (Allgemeine Psychologie; FNW).

Für eine effektive Kooperation und ein effizientes Management sind in der Satzung des CBBS strenge Kriterien festgelegt. Wissenschaftler können als Mitglieder aufgenommen werden, wenn sie auf international hohem Niveau forschen, ihre zur Verfügung stehenden Ressourcen nutzen und Drittmittel für die Forschung des CBBS einwerben. Ausbildung von Nachwuchs gehört ebenfalls zu den Hauptanliegen der CBBS. 1999 wurde gemeinsam mit der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Studiengang „Neurobiologie/ Neurowissenschaften“ etabliert, der sich als interdisziplinäre und forschungsnahe Ausbildung profiliert hat. Ab Wintersemester 2008/2009 bietet die Fakultät für Naturwissenschaften den Internationalen Studiengang „M.Sc. Integrative Neuroscience an. Der Studiengang ist forschungsorientiert und vermittelt die neurobiologischen Grundlagen tierischen und menschlichen Verhaltens.

An der Medizinischen Fakultät sind folgende Professuren (21 von 60), also über 30% neurowissenschaftlich orientiert:

Endokrinologie
Entwicklungsphysiologie
Medizinische Neurobiologie
Medizinische Psychologie
Neuroanatomie
Neurobiochemie
Neurochirurgie
Neuroimmunologie
Neurologie und Stereotaktische Neurochirurgie
Neuropathologie
Neurophysiologie
Neuroradiologie
Pathobiochemie
Institut für Psychologie II
Pharmakologie-Toxikologie
Physiologie
Plastische,-Wiederherstellungs- und Handchirurgie
Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
Psychosomatische Medizin
Strahlentherapie
Universitätsaugenklinik

 
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