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Arne Harder (Anmerkung 1)

Angst, Freiheit und räumliche Mobilität
Angst minimieren, räumliche Mobilität maximieren

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kinder!

Was ich sage, geht jeden an, besonders blinde und sehbehinderte Menschen sowie sehende Begleitpersonen. Ich möchte Ihnen zeigen, wie Sie Angst abbauen und Freiheit gewinnen, wenn Sie sich im Raum besser zurechtfinden, also Ihre räumliche Mobilität steigern.

Wer dabei auf einen rein wissenschaftlichen Vortrag hofft, den werde ich enttäuschen. Aber ich werde die Forschung einbeziehen!

I Zur Einstimmung

§1 Angst machend - nur für Blinde?

Ich möchte Ihnen vielmehr zeigen, wie ich mich blind im Raum zurechtfinde, wo ich dabei Angst bekomme, und wie ich mit dieser umzugehen suche. Seit kurz nach meiner Geburt bin ich blind.

Doch zunächst sende ich Sie "In Ihre eigenen Köpfe". Dazu habe ich die Atmosphäre des Hauptbahnhofs Köln in Ton und Bild eingefangen. Hören Sie erst einmal zu, und sehen Sie sich - wenn möglich - das Video an.

[AUDIO: Aktivieren Sie JavaScript, um der Hörprobe zu lauschen. Wenn bei aktiviertem JavaScript nichts zu hören ist, laden Sie den Flash Player herunter.]

Link zum Film, der sichtbar macht, was den Lärm der Hörprobe verursacht.

§2 Das Problem in Stichworten

Zur Einstimmung stelle ich Ihnen nun ein Paar Fragen. Wer darauf antworten möchte, möge das bitte tun:

Im Laufe des Vortrages werde ich diese Fragen ansprechen. Hoffentlich regen meine Ausführungen Sie an, Ihre Mobilität im Raum zu verbessern und dabei Ihre Angst zu verringern.

II Angst

§3 Verhalten und Erleben bei Angst und Furcht

Kommen wir nun zur Angst. Den Unterschied zwischen Angst und furcht möchte ich Ihnen an folgendem klassischen Lehrbeispiel klarmachen:

Ein Steinzeitmensch wird von seinen Stammesbrüdern ständig wegen seiner Angst selbst vor den kleinsten und ungefährlichsten Schlangen verspottet. Vor Scham meidet er die Gesellschaft der anderen.

Als er nach etwas Essbarem sucht, taucht plötzlich eine Riesenschlange vor ihm auf. Er erstarrt vor Schreck, und die Angst lähmt ihn. Still hingekauert hört er, dass die Schlange nach ihm sucht, und bald darauf raschelt sie hinter ihm im Gras. Nun verleiht die Angst ihm Flügel! Er springt auf und rast in Rekordgeschwindigkeit davon - einfach drauflos!

Je länger er am Leben bleibt und den Abstand zur Schlange vergrößert, desto mehr wird er Herr der Situation: Bald kann er Haken schlagen und der Schlange die Verfolgung erschweren. Schließlich dreht er sich um und sieht, wie das Untier knapp 50 Schritt hinter ihm den Kopf hebt, um ihn zu orten. Da nimmt er seine Schleuder und einen flachen Stein, zielt mit bedacht und trifft ihren Kopf. Sekunden später tritt er auf die in letzten Zuckungen liegende Schlange, weidet sie fachgerecht aus und kehrt mit Haut und Fleisch zu den Seinen zurück.

Niemand wird ihn mehr wegen seiner Schlangenangst verspotten. Heute ist er gewiss der Größte, denn er hat seinen Stamm für mehrere Tage vom Hunger und sich selbst von der Fessel seiner Angst befreit.

Angst kommt vom lateinischen Wort "Angustia", das "Enge, Bedrängnis" bedeutet. Sie mobilisiert unsere letzten Kraftreserven und engt gleichzeitig unser Verhalten ein; im schlimmsten Falle erstarren wir. Es gibt nur die eine Angst - und viele auslösende Situationen. Die erste, meint Sigmund Freud, (Anmerkung 2) erlebt jeder Mensch bei seiner Geburt, wenn sich das Kind aus der Enge des Mutterschoßes ins Unbekannte drängen muss.

Welche Merkmale von Angst und Furcht zeigt dieses Beispiel?

§4 Angst, Furcht und räumliche Mobilität

Lassen Sie mich diese Grundlagen mit einem Beispiel aus meinem eigenen Erleben auf das Feld der räumlichen Mobilität anwenden:

Eines Tages hatte ich ein Bewerbungsgespräch bei der Evangelischen Kirche in Magdeburg. Ich ging selbst hin. "Wie sieht denn das Aus", dachte ich, "wenn ich mich als Psychologe bewerbe und dann hilflos in Begleitung aufkreuze?" - Ich marschierte los, konzentrierte mich auf den Weg - in Gedanken war ich beim Gespräch.

Plötzlich erschien unmittelbar vor mir ein Drahtesel in Höchstgeschwindigkeit; der Stock schlug an das fahrende Rad. Der auf dem Fahrrad sitzende Mensch schimpfte, während ich mich aus der Erstarrung löste und zur Seite sprang. - Hätte ich ihn behandeln sollen wie der Steinzeitjäger die Schlange? - Ich fürchte, dann säße ich noch im Gefängnis.

Kurze Zeit darauf war ich nicht sicher, ob ich die richtige Straße genommen hatte. Baulärm war zu hören; vielleicht würde ich durch die Baustelle müssen. Ich brauchte Infos zur Sicherheit.

Das "Wild" war nahe. - Vor mir hörte ich Schritte. Ich stürzte drauflos und rief: "Ist das die Wiedemannstraße, und wohin führt sie von hier?" Die Dame war erschrocken, blieb stehen und ging wortlos weiter.

Ich brauchte Gewissheit, und was scherten mich jetzt Regeln des Anstands? - Also brüllte ich die gleiche Frage hinter ihr her.

"Nicht in diesem Ton", sprach sie, "und das weiß ich nicht."

Nun drohte die Angst, mich hilflos zu machen. Niemand sonst war zu hören.

"Aber Sie können das doch rausfinden und Straßenschilder lesen. Ich muss in 15 Minuten im Bewerbungsgespräch in der Kirchgasse sein", jammerte ich.

"Das ist Ihr Problem", entgegnete sie, "wenn Sie sich nicht zurechtfinden und es eilig haben." Sie ging und ließ einen völlig verängstigten Arne zurück.

Welche angstauslösenden Situationen zeigt dieses Beispiel?

Mit diesen Auslösern müssen sich im Prinzip blinde und sehende Menschen gleichermaßen auseinandersetzen. Die Welt ist aber als "Welt für Sehende (Anmerkung 3) eingerichtet - die meisten finden nur wenige Angstauslöser in der räumlichen Umwelt, und mit den Erwartungen der Gesellschaft kommen sie auch zurecht.

Anders kann sich die Situation für sehgeschädigte Menschen darstellen, besonders für Spät- und Alterserblindete. Aus früher leicht gemeisterten Situationen erwachsen ihnen Angst machende, unüberwindlich scheinende Hürden. Wo leichte Eleganz selbstverständlich war, wird Hilflosigkeit zur Realität.

Solche Erfahrungen des Beherrschtseins von Angst und Hilflosigkeit in aller Öffentlichkeit will man natürlich vermeiden. Das "Ei des Kolumbus" haben viele blinde Menschen für sich entdeckt: sie verzichten auf selbständiges Zurechtfinden im Raum. - Ich halte das für eine verständliche Reaktion, möchte ihr aber gern bessere Alternativen entgegensetzen.

§5 Methoden der Angstbewältigung

Dazu stelle ich den Ansatz vor, der in der Kognitiven Verhaltenstherapie bei Angststörungen zur Anwendung kommt. Ein Vordenker dieses Ansatzes - und meine Bezugsquelle - ist Willi Butollo. (Anmerkung 4)

Ernst nehmen: Angst ist immer ernst zu nehmen. Das gilt auch dann, wenn wir eigentlich wissen, dass sie lächerlich ist.

Als Anforderung annehmen: Stellen wir uns der Angst und den Situationen, in denen sie auftaucht. Wir müssen uns die Situationen in der Vorstellung vergegenwärtigen und die Angst auszuhalten lernen, und uns dann auch den Auslösern in der Realität stellen. Das ist für den Angstgepeinigten Schwerstarbeit!

In Furcht wandeln: Viele erfolglose Versuche des Umgangs mit den Angstauslösern in der Vorstellung und in der Realität können nötig sein, bis endlich die Angst Grenzen bekommt, bis sie sich in Furcht wandelt, die kontrolliert und auf ihren Wirklichkeitsgehalt hin überprüft werden kann.

Erschwerend bei der Angstbewältigung in der räumlichen Mobilität kommt vor allem für sehgeschädigte Menschen hinzu, dass sie oft ganz andere Strategien für die Mobilität nutzen müssen als Sehende. Die Auseinandersetzung heißt daher häufig: Neue Strategien kennen lernen. Einige davon werde ich Ihnen vorstellen, wenn ich beschreibe, was zur räumlichen Mobilität bei sehgeschädigten Personen gehört.

Angst in Furcht verwandeln? - Ein Haufen Arbeit, nur um zu erkennen, wo so viel Furcht notwendig und am Platze ist? - Sind Sehgeschädigte mit dem Zufriedengeben in Unselbständigkeit nicht doch besser dran?

Die Überwindung von Angst macht uns frei. Was es mit dieser Freiheit auf sich hat, möchte ich nun untersuchen.

III Erlebte Freiheit

§6 Freiheitserwartung und individuelle Freiheit

Wie frei wir uns fühlen, hängt von der Zahl der Alternativen für die betreffende Situation ab: je mehr zur Verfügung stehen, desto mehr Freiheit erleben wir. Ich erwarte von mir, dass ich, wann immer ich will, den Blindenstock richtig führen kann. Bewerbe ich mich auf qualifizierte Stellen, erwartet die Gesellschaft von mir, dass ich selbständig Reisen organisiere und durchführe. Diese erwarteten Verfügbarkeiten nenne ich Freiheitserwartung. Individuelle Freiheit dagegen erfahre ich in der bestimmten Situation.

Sind wir von Angst besessen, hat Freiheit keinen Platz. Wenn wir Angst überwinden, gewinnen wir an Freiheit: je größer die Angst, und je besser wir sie überwinden, desto mehr Freiheit werden wir erleben.

§7 Räumliche Mobilität und Freiheit

Mit jedem Weg mehr, den wir selbständig erledigen können, gewinnen wir mindestens die Alternative, das zuvor unbekannte Ziel zu erreichen. Meist gewinnen wir viel mehr Alternativen. Auf meinem Weg zur Uni in Köln liegen ein indisches Restaurant und ein Fischgeschäft. Jetzt, da ich diesen Weg beherrsche, sind die Wege zu diesen Geschäften für mich ein Kinderspiel.

Je größer die räumliche Mobilität ist, desto eher kann ich entsprechende Erwartungen der Gesellschaft erfüllen.

Freiheit gibt es - wie schon gesagt - nur mit Alternativen. Selbständig jeden Weg begehen zu müssen, egal wie schwierig er ist und wie schlecht es mir geht, macht mich zum Sklaven meiner Erwartungen oder der Erwartungen der anderen an mich.

Wie Birgit Drolshagen feststellte, (Anmerkung 5) stehen neben dem "Selber machen" immer noch der "Einkauf von Assistenz" und die Bitte um Unterstützung durch Freunde, Verwandte usw. zur Verfügung. Räumliche Mobilität wird zur Freiheit, weil ich die mir zur Verfügung stehenden Wege begehen kann, aber nicht begehen muss.

IV Räumliche Mobilität

Nun habe ich lang genug das Wort "räumliche Mobilität" benutzt, ohne zu erklären, welche Aufgaben sie umfasst, welche Fähigkeiten sie einschließt und mit welchen Strategien man die Aufgaben löst. Diesen Gegenständen will ich mich nun widmen.

Bei den Mobilitätsstrategien werde ich mich auf diejenigen beschränken, die Blinde und Sehende prinzipiell in gleicher Weise anwenden können. Schließlich sind ja Sehgeschädigte und Sehende unter uns.

§8 Die Definition nach Emerson Foulke (Anmerkung 6)

Der mobile (blinde) Mensch bewältigt Wege im Raum:

Stress im Straßenverkehr lässt sich kaum vermeiden - man denke an das plötzlich auftauchende Fahrrad. Aber freitags am Hauptbahnhof Köln fällt es mir wegen des Halls und der vielen einander überlagernden Geräusche oft schwer, die Informationen rechtzeitig zu bekommen, die ich brauche, um mein Ziel zu erreichen. Ich erlebe dann einen Mangel an Gemütsruhe, und der führt bei mir leicht zum Aufkommen von Angst.

Bei den ersten vier Aufgaben stimme ich mit Foulke überein. Aber muss ich wirklich federleicht über den Weg tanzen und den Stock dabei elegant wie ein Dirigent schwingen, um mobil zu sein? - Alte Menschen, die wegen motorischer Einschränkungen den Stock nicht elegant führen können, würden dann nie mobil. Sie müssten sich überlegen, ob sie besser zu Hause blieben. Foulke meint nämlich - auf Seite 129: (Anmerkung 6) Wirkt der Gehstil plump und hilflos, verstärken Blinde die unerwünschten Eindrücke, die über sie im Umlauf sind.

Meiner Ansicht nach ist die Freiheit, sich im Raum zu bewegen, ein so hohes Gut, dass man sich auch dann darum bemühen sollte, wenn das nicht auf elegante Weise möglich ist. Ich werde später näher darauf eingehen.

§9 Navigieren und Orientieren

Wer gut navigiert, aber sich schlecht orientiert, verläuft sich oft und bekommt selten blaue Flecke. Wer sich gut orientiert, aber schlecht navigiert, kommt mit blauen Flecken an, wo er hin will.

§10 Landmarkenpotential und Voraussicht

Das Landmarkenpotential hängt von der Methode der Wegbewältigung ab. Fährt man einen Weg im Auto, hört man kaum Geräusche, die dort präsent sind. Geräusche kommen also für einen Autofahrer kaum als Landmarken in Frage. Für den blinden Menschen zu Fuß bilden sie dagegen eine der besten Landmarkenquellen.

Bei der Voraussicht unterscheiden Barth und Foulke zwei Arten: Voraussicht aufgrund von Wahrnehmungen und Voraussicht aufgrund von Vorerfahrungen. (Anmerkung 9) Beides geht natürlich Hand in Hand.

§11 Beispiele räumlichen Vorstellens bei blinden Menschen

Wie blinde Menschen zu räumlichen Vorstellungen kommen können, möchte ich am Beispiel des Hörnetzes demonstrieren. Das ist vielleicht die wichtigste Art, Landmarken auszuwerten.

Das Hörnetz ist die Geräuschkulisse eines Raumes oder Geländes. Es besteht aus den typischen Geräuschen und den Orten ihres typischen Auftretens. (Anmerkung 10)

Wenn ich einen unbekannten Raum - wie diesen - betrete und den Overheadprojektor summen höre, kann ich nicht wissen, dass er - in diesem Vortrag - ständig läuft. Zunächst höre ich ihn nur summen und erkenne die Richtung, aus der er summt. Ich höre ebenso einen Hall von den Wänden und kann abschätzen, wie groß der Raum sein könnte. Die Schätzung mag falsch sein, weil andere Hindernisse den Schall brechen könnten. Ich muss also den Raum begehen und bekomme dabei mehr und mehr Geräusche sowie Echos von Wänden und anderen Hindernissen mit.

Je öfter ich den Raum begehe und dabei genau zuhöre, desto dichter "knüpfe" ich das Hörnetz, d.h. desto besser weiß ich, welche Geräusche ich wo zu erwarten habe, und welche Begrenzungen der Raum hat. So entsteht eine Raumvorstellung aus Wahrnehmungen und Gedächtnisinhalten früherer Erfahrungen, die mich immer besser mein Landmarkenpotential einschätzen lässt. Natürlich hilft mir das Raumschema auch, Tasteindrücke oder Gerüche darin unterzubringen.

Langsam entsteht aus dem Hörnetz und anderen Wahrnehmungen bzw. Erfahrungen eine Raumvorstellung, mit der ich eine Karte des Raumes aus dem Gedächtnis zeichnen kann. Das Ergebnis ist meine kognitive Karte. (Anmerkung 11)

Nicht anders gehe ich vor, wenn ich mir draußen im Straßenverkehr ein Gelände vorstellen möchte. Es wird dann schnell schwierig, mir eine kognitive Karte zu bilden. Bis ich z.B. weiß, worin auch nur die typische Geräuschkulisse eines längeren Weges besteht, können mehrere Begehungen nötig sein - mindestens 18, wie in meiner Dissertation.

Also muss eine andere Art der Wegvorstellung her, die schneller zu bekommen ist und ähnliches leistet. Meiner Ansicht nach ist das der kognitive Laufzettel. (Anmerkung 12) Diesen stelle ich mir wie eine Liste von Anweisungen vor, die ich abarbeite, um vom Ausgangs- zum Zielpunkt zu gelangen. Neben den sprachlich formulierten Anweisungen enthält der kognitive Laufzettel ergänzend auch räumliche Informationen. Was wo und wie im Raum los ist, wird für entscheidende Orte besonders intensiv untersucht und im Gedächtnis gespeichert. (Anmerkung 13)

§12 Speziell bei Sehgeschädigten

Nach diesem Ausflug in meine räumliche Vorstellungswelt sind die folgenden allgemeinen Prinzipien des Mobilitätserwerbs Sehgeschädigter für Sie ein Klax.

Mehr geographische als räumliche Orientierung: (Anmerkung 13) Sehende können oft größere Wegabschnitte als Ganze überblicken und sich anhand ihrer Wahrnehmungen orientieren. Sehgeschädigten fehlt meist diese "Übersicht": sie müssen selbst kurze Wegabschnitte planen und sich stückweise eine Vorstellung von ihnen zusammensetzen.

Mehr Voraussicht aufgrund Planens: Sehgeschädigte benötigen mehr Vorinformationen über einen unbekannten Weg als Sehende. Gerade diese Informationen stehen ihnen häufig jedoch nicht zur Verfügung.

Ganz auf dem Wege sein: Sehgeschädigte müssen mit besonderer Aufmerksamkeit einen Weg begehen. Dabei lassen sich vier Aspekte der Aufmerksamkeit unterscheiden. (Anmerkung 14)

Natürlich verlangt das Begehen eines Weges auch von voll Sehenden alle Aspekte der Aufmerksamkeit. Derselbe Weg verlangt aber von Sehgeschädigten meist weit mehr Konzentration, weil diese die Gesamtvorstellung des Weges aus kleineren Einzelteilen zusammensetzen müssen als jene.

Wenn ich nicht so kann? All das lässt sich nicht durchführen, wenn man in Gedanken wo anders ist, oder es einem sehr schlecht geht. Bis über beide Ohren verliebte oder schwer kranke blinde Menschen sollten schwierige unbekannte Wege nicht selbständig begehen und die Freiheit der Unselbständigkeit aus Verantwortung im Verkehr zeitweilig nutzen.

V Umgang mit Grenzen

Wer Angst in Furcht wandeln will, muss seine Möglichkeiten und Grenzen realistisch einschätzen. Allgemeines wissen kann uns grobe Richtwerte verschaffen. Deshalb komme ich zunächst mit ein wenig Statistik und stelle dann Methoden dar, wie man die individuellen Grenzen erkennen und bis zum Maximum erweitern kann.

§13 Allgemeine Aussagen über sehgeschädigte Menschen

Wie viele blinde und sehbehinderte Menschen gibt es in der Bundesrepublik Deutschland? - Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) geht nach wie vor von 155000 Blinden und ca. 600000 Sehbehinderten aus. (Anmerkung 15) Er rechnet die Zahlen von Blindengeldempfängern, die in einigen Bundesländern 1995 bekannt waren, auf die Gesamtrepublik hoch.

Das Bundesamt für Statistik kommt für das Jahr 2003 auf rund 81000 Personen mit dem Merkzeichen "bl" im Schwerbehindertenausweis. (Anmerkung 16)

Unbestritten ist die Altersverteilung blinder Menschen: Über 2/3 von ihnen ist mehr als 65 Jahre alt, und gut 1/3 zählt mehr als 80 Jahre. Daher dürften Altersbeschwerden bei Blinden häufig vorkommen. Ich denke an Altershörigkeit, Einschränkungen der Beweglichkeit, aber auch Schlimmeres wie Folgen von Schlaganfällen oder Demenz. Wie stark und wie schwer sich diese und andere Einschränkungen auswirken, darüber habe ich keine Zahlen gefunden.

Noch schwieriger ist es, wenn man wissen will, welchen Grad an räumlicher Mobilität blinde Menschen haben oder gar mit entsprechender Förderung wahrscheinlich bekommen könnten. Brambring & Schneider stellten 1986 lediglich fest, dass Sehgeschädigte weit weniger häufig als Sehende Wege selbständig im Raum bewältigen; der Lohn des Verzichts auf Selbständigkeit: sie verunfallen weit seltener als Sehende im Straßenverkehr. (Anmerkung 17)

Wenn man feststellen will, wie mobil ein blinder Mensch wahrscheinlich werden kann, braucht man zunächst Informationen über dessen: Aufmerksamkeit, Gedächtnis - vor allem das Arbeitsgedächtnis - und natürlich die räumliche Vorstellungsfähigkeit. Und hier gibt es so gut wie keine Tests, die man - vor allem mit älteren blinden Menschen - anwenden könnte. (Anmerkung 18)

§14 Methoden des Erkennens und Erweiterns der Eigenen Grenzen

Wie kann man nun zu Informationen über seine Möglichkeiten und Grenzen kommen und diese möglichst erweitern?

Mobilitätsunterricht: Wer als sehgeschädigter Mensch in eine neue Umgebung kommt, dem empfehle ich unbedingt, Mobilitätsunterricht bei fachkundigen Mobilitätslehrerinnen und -lehrern zu beantragen. Der Antrag ist meist bei der Krankenkasse zu stellen. Dient er dem Einüben des Weges zu einer neuen Arbeitsstelle und deren Umgebung, kommen das Integrationsamt oder der Rentenversicherungsträger in Frage. Ist die medizinisch notwendige Grundversorgung durch die Krankenkasse ausgeschöpft, und dient der Unterricht Der Beteiligung am gesellschaftlichen Leben, kann der Träger der Grundversorgung zuständig sein. (Anmerkung 19)

Besonders wichtig ist Mobilitätsunterricht für Menschen, die vor kurzem blind geworden sind, oder einen großen Teil ihrer Sehkraft eingebüßt haben. Sie lernen dort, sich blind oder mit Ihrem Sehrest so sicher wie möglich im Raum allein zurechtzufinden. Sie erlernen dabei den richtigen Umgang mit dem weißen Langstock und den Gebrauch anderer Hilfsmittel.

Psychotherapie: Vielleicht macht die Angst es Ihnen unmöglich, die Vorstellung zu ertragen, sich selbständig dem Straßenverkehr auszusetzen. Oder Sie begehen bereits einige Wege selbständig, möchten aber mehr können und bemerken, dass die Angst sie oft viel stärker daran hindert, als es die Situationsgerechte Furcht rechtfertigt.

Sich ständig angstschlotternd dem Verkehr auszusetzen, das muss nicht einmal ein sehgeschädigter Mensch erleiden! Hier verschafft eine fachgerechte Psychotherapie bei vertrauenswürdigen Psychotherapeuten meist Besserung.

Natürlich kennen sich Psychotherapeuten selten mit Mobilitätsunterricht für Sehgeschädigte aus. Versuchen Sie deshalb, dafür zu sorgen, dass Ihr Mobilitätslehrer und Ihr Psychotherapeut zusammenarbeiten.

Selbst ausüben: Setzen Sie die Stärkung aus der Psychotherapie und die Fähigkeiten aus dem Mobilitätsunterricht Möglichst oft ein. So können Sie sich noch mehr neue Wege aneignen und Ihre Freiheit vergrößern.

Lassen Sie sich bitte auch dann nicht vom selbständigen Zurechtfinden abhalten, wenn man Ihnen gar keinen Mobilitätsunterricht Bewilligt. Besorgen Sie sich dann einen weißen Langstock und probieren Sie Selbst aus, wie Sie ihn am besten einsetzen, damit möglichst erst der Stock an die Hindernisse kommt. Versuchen Sie das zuerst in Ihrer Wohnung und im Hausflur, den Sie gut kennen. Gehen Sie danach auf die Straße. Lassen Sie bei den ersten Versuchen auf dem neuen Weg eine sehende Person hinter Ihnen hergehen und Sie beobachten. So schützen Sie Ihr Leben und Ihre Gesundheit, solange Sie unsicher sind.

Setzen Sie aber wirklich alles daran, Mobilitätsunterricht zu bekommen. Nutzen Sie wenn nötig auch eigenes Vermögen Oder das Blindengeld ein, um wenigstens die Grundlagen richtig zu erlernen. Der Mobilitätsunterricht ist für Blinde und Sehbehinderte mindestens so wichtig wie der Führerschein für Sehende.

Aber wie realistisch ist es, dass sehgeschädigte Menschen zum größtmöglichen Grad an räumlicher Mobilität mit der geringstmöglichen Angst kommen? - zum Abschluss meines Vortrages hier einige Anregungen.

VI Perspektiven: realistisch und wünschenswert

§15 Voraussetzungsgerechter Mobilitätsunterricht?

Im Prinzip stehen wir in der Bundesrepublik nicht schlecht da. Jüngeren blinden Menschen wird Mobilitätsunterricht meist finanziert. Dasselbe gilt für Hilfsmittel wie den weißen Langstock und den Blindenführhund.

Aber wie lang und teuer darf ein Mobilitätsunterricht sein? - Auf der Site des Berufsverbandes der Rehabilitationslehrer -/innen für Orientierung und Mobilität für Blinde und Sehbehinderte (BOMBS) e.V. (Anmerkung 20) habe ich dazu ein durch Prof. Michael Brambring erstelltes und vom DBSV in Auftrag gegebenes Gutachten aus dem Jahre 2002 gefunden. Hier einige Schlaglichter: (Anmerkung 21)

Nachdem Brambring erläutert, weshalb sehgeschädigte Personen Mobilitätsunterricht benötigen (Seiten 2-12) stellt er dar, wie viele Unterrichtsstunden verschiedene Personengruppen benötigen (Seite 15-22). Er unterscheidet zwischen: Grundschulung, Förderschulung für Menschen mit Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten sowie Schulung bei Änderung des Lebensumfeldes (z.B. nach Umzug). Auf die Grundschulung gehe ich nun näher ein:

Sie besteht aus fünf Bausteinen (Module; siehe Seite 19-20). Bei blinden Erwachsenen ohne zusätzliche Einschränkungen setzt Brambring pro Baustein eine bestimmte Zahl von Unterrichtsstunden ein. Die Gesamtsumme dieser Stunden bildet den Basiswert (Seite 18). Verschiedene Personengruppen bekommen Einen prozentualen Ab- bzw. Zuschlag (Seite 23). Es ergibt sich:

Bausteine der Grundschulung und Stundenbedarf nach Brambring, 2002

1. Langstocktechnik und Wahrnehmungsschulung   25
2. Wege in ruhigem Wohngebiet   25
3. Geregelte Straßenüberquerungen: abhängig von der Umgebung
  a) Ländlich (leichte) Umgebung   10
  b) Kleinstadt (mittlschwierig)   20
  c) Großstadt (schwierige Umgebung)   30
4. Öffentliche Gebäude, Einkaufszentren usw.: wie 3. 10 - 30
5. Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Wie 3. 10 - 30
Summe: Grundschulung bei blinden Erwachsenen ohne weitere Einschränkungen 80 - 140
 
Hochgradig Sehbehinderte: Abschlag von 30% 56 - 98
Sehbehinderte: Abschlag von 70% 24 - 42
 
Personen, die älter als 65 Jahre sind, oder solche mit Lern- und Gedächtnisstörungen werden im Rahmen der Grundschulung in der Regel nur bis zum dritten Modul (geregelte Straßenüberquerungen) geschult (Seite 24). so ergibt sich:  
Basiswert (Module 1.-3. bei blinden Erwachsenen) 60 - 80
Personen älter 65 Jahre: Zuschlag von 30% 72 - 98
Personen mit Lern- und Gedächtnisstörungen: Zuschlag von 100% 120 - 160

Anfragen

  1. Sehbehinderung:
    1. Ist Sehbehinderung stets eine Hilfe für die räumliche Mobilität?
    2. Könnte ein Restsehvermögen die Betroffenen in manchen Situationen nicht besonders verwirren?
    3. Weshalb wird nicht berücksichtigt, dass Sehbehinderungen schleichend in Erblindung übergehen oder plötzlich erworben werden?
  2. Gewichtungsfaktoren: Woher bezieht der Gutachter die genauen Gewichtungen? Warum z.B. bekommen 65jährige pauschal einen Stundenzuschlag von 30%? warum sind es nicht 20 oder 50?
  3. Lern- und Gedächtnisstörungen:
    1. Wie kommt der Gutachter zur Behauptung, dass Personen mit Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten in der Grundschulung nur bis zum dritten Modul zu schulen sind?
    2. Wäre nicht für solche Personen oft der effiziente Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln leichter, weil an bestimmten Bahn- oder Bushaltestellen eben nur die richtigen Bahnen und Busse fahren?
  4. Rolle der Angst: Auf Seite 28 nennt der Gutachter "besonders ängstliches Verhalten" als mögliche Lernschwierigkeit. Ist damit die Rolle der Angst für die Mobilität Blinder und sehbehinderter Menschen und vor allem für deren Erwerb Ausreichend beschrieben?

Natürlich dürfen die Kosten für Mobilitätsunterricht nicht beliebig steigen. Der BOMBS setzt pro Unterrichtsstunde 56,43 Euro an; dazu kommen: bis zu 400 Euro für zwei Langstöcke, 44,87 Euro pro Arbeitsstunde für An- und Abfahrten sowie 0,30 Euro Kilometerpauschale. (Anmerkung 22) Die Gesamtkosten eines Unterrichts in Orientierung und Mobilität mit 100 Stunden betragen daher leicht 7000 Euro.

Das Gutachten von Brambring erkennt der BOMBS an. Trotz aller Anfragen erlaubt es geschickten Mobilitätslehrerinnen und -lehrern, für ihre Schülerinnen und Schüler eine nicht geringe Stundenzahl zu begründen. Bei einer 85jährigen blinden Frau mit eingeschränkter Beweglichkeit und altersgemäß reduzierter Wahrnehmungs- und Gedächtnisfähigkeit lassen sich ohne weiteres 100  Stunden begründen. Damit sollte die Dame merkbare Erfolge ihrer räumlichen Mobilität erreichen können.

§16 Praxis?

Doch was ist Praxis? Wird die (gesetzliche) Krankenkasse für die genannte Dame schnell und unbürokratisch 7000 Euro für 100 Stunden Mobilitätsunterricht finanzieren? - Meine eigenen Erfahrungen sowie ein telefonischer Bericht der ersten Vorsitzenden des BOMBS, Frau Ulrike Schade, weisen in eine andere Richtung:

Frau Schade hatte für die genannte Dame den Antrag ausgefüllt. Diese hatte ihn unterzeichnet und abgeschickt. Zwei Wochen später - berichtet Frau Schade - habe die Dame völlig aufgelöst bei ihr angerufen. "Die von der Krankenkasse meinte", habe sie erzählt, "dass sich ein Mobilitätsunterricht für mich doch nicht mehr lohnt. Es sähe doch hässlich aus, wenn ich allein im Straßenverkehr herumgehen würde." - Die Dame habe daraufhin den Antrag nicht Mehr weiter verfolgt.

Auch mir ließ eine Krankenkasse eine ähnliche Erfahrung zuteil werden: Ich hatte gerade geheiratet und war in Gießen umgezogen. Nun beantragte ich Mobilitätsunterricht wegen des Umzugs. Ich brachte meinen Antrag hin, und die Dame von der Krankenkasse fragte: "Wozu brauchen Sie Mobilitätsunterricht?" "Manchmal", antwortete ich, "muss ich doch auch mal für uns in der Nähe der neuen Wohnung was einkaufen gehen." "Das kann doch Ihre Frau für sie übernehmen", antwortete die Sachbearbeiterin. Wütend fuhr ich diese an: "Meine Frau ist meine Partnerin und nicht meine Sklavin!"

Der Antrag wurde dann doch genehmigt. Sogar der Mehrbedarf, den der Mobilitätslehrer wegen meiner durch die Geburtsblindheit reduzierten räumlichen Vorstellungsfähigkeit geltend gemacht hatte, wurde anerkannt. Ich erhielt 40 statt den nach einem Umzug üblichen 20 Unterrichtsstunden.

VII Zum Beschluss

§17 Fazit

Der Kampf um räumliche Mobilität ist hart. Kaum ein sehgeschädigter Mensch wird vollständige Selbständigkeit beim Zurechtfinden im Raum erreichen. Insofern müssen sich Sehgeschädigte mit Unselbständigkeit arrangieren..

Doch dieser Kampf ist nötig und wird sich meistens lohnen. Räumliche Mobilität ist ein Menschenrecht. Sie verschafft uns in augenfälliger Weise das Erlebnis von Freiheit.

Jeder Mensch steht daher in der Verantwortung, das Maximum an räumlicher Mobilität zu erkämpfen, das seine persönlichen Voraussetzungen gestatten. Die Gesellschaft ist darauf zu verpflichten, entsprechende Mittel vorzuhalten und jedem Mitglied den Einsatz dieser Mittel zu ermöglichen. Dazu gehört beispielsweise Mobilitätsunterricht für sehgeschädigte Personen.

Meine und die räumliche Mobilität anderer Menschen zu vergrößern, einander zu unterstützen, die Angst vor und auf dem Weg in Furcht zu wandeln und dabei neu gewonnene Freiheit zu erleben, ist mir zum Sinn des Lebens geworden. So habe ich heute versucht, Ihnen entsprechende Einblicke zu verschaffen.

Wie weit mir das gelungen ist, wird die folgende Diskussion zeigen, die ich hiermit eröffne. Schon jetzt danke ich allen Beteiligten von Herzen. (Anmerkung 23)

§18 Diskussion

Vor allem mein Rat an Personen, die keinen Mobilitätsunterricht bekommen, selbst "mit dem Langstock loszuziehen" sorgte für Gegenreaktionen. "Wenn der Mobilitätsunterricht für Sehgeschädigte so wichtig wie der Führerschein für Sehende ist", drückte es ein Teilnehmer aus, "kann man dann ernsthaft Blinden raten, ohne jede Ahnung vom Umgang mit dem Langstock im Verkehr selbständig zu gehen? Ohne Führerschein darf man schließlich auch kein Auto fahren."

Ich entgegnete: "Natürlich halte ich den Mobilitätsunterricht für grundlegend wichtig. Aber es geht mir entschieden zu weit, ihn zur Voraussetzung einer Erlaubnis des selbständigen Begehens von Wegen durch Blinde und Sehbehinderte zu erheben. Zu Fuß gehen muss meiner Ansicht nach auf eigene Gefahr möglich bleiben. Alles Weitere regeln die Verkehrsgesetze."

Es würde mich freuen, wenn dieser Vortrag Sie zu weiteren Gedanken anregt. Ich bin gern bereit, darüber mit Ihnen zu sprechen. (Anmerkung 24)

§19 Anmerkungen, Quellen und Danksagung

  1. Anmerkung Der Vortrag wurde am 06.10.2007 in der Johanneskirche zu Düsseldorf im Rahmen der achten "Düsseldorfer Tage" gehalten, einer Informationsveranstaltung der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge der evangelischen Kirche im Rheinland.
  2. Anmerkung Freud, S. (1999). Hemmung, Symptom und Angst. In: Anna Freud (Hg.). Sigmund Freud, gesammelte Werke chronologisch geordnet, Bd. 14 Werke aus den Jahren 1925-1931 (113-205). Frankfurt a. M.: Fischer.
  3. Anmerkung Burlingham, D. (1981). Blind in einer Welt für Sehende. Zeitschrift für klinische Psychologie und Psychotherapie, 29, 315-329.
  4. Anmerkung Butollo, W. (1993). Die Angst ist eine Kraft. 5. Auflage, München: Pieper.
  5. Anmerkung Drolshagen, B. (2007). Und ich mache es doch - Selbstbestimmung trotz Hilfebedarfs im Alter. horus, 69 (3), 110-113.
  6. Anmerkung Foulke, E. (1983). Spatial ability and the limits of sensory systems. In: H. L. Pick & L. Acredolo (Eds.). Spatial Orientation: Theory, Research, and Application (125-141). New York: Accademic Press.
  7. Anmerkung Petrie, H., Johnson, V. V., Strothotte, Th., Fritz, S., Michel, R. & Raab, A. (1996). MOBIC: Designing a travel aid for blind and elderly people. Journal of Navigation, 49, 45-52.
  8. Anmerkung Brabyn, J. A. (1982). New developments in mobility and orientation aids for the blind. IEEE Transactions of Biomedical Engineering, BME-29, 285-289.
  9. Anmerkung Barth, J. L. & Foulke, E. (1979). Preview: a neglected variable in orientation and mobility. Journal of Visual Impairment and Blindness, 73, 41-48.
  10. Anmerkung Mansfeld, F. (1940). Die Verdunklung und die Blinden. Arch. f. ges. Psychologie, 107, 411-436.
  11. Anmerkung Downs, R. M. & Stea, W. (1982). Kognitive Karten - die Welt in unseren Köpfen. New York: Springer.
  12. Anmerkung Harder, A. (1993). Zur Aneignung von Wegen: ein Feldversuch mit geburtsblinden Menschen. Unveröffentlichte Dissertation, Universität Gießen.
  13. Anmerkung Brambring, M. (1982). Language and geographic orientation for the blind. In: R. J. Jarvella (Ed.). Speech, Place, and Action (203-216). Chichester: Wiley.
  14. Anmerkung Plohmann, A. M., Kappos, L., Ammann, W., Thordai, A., Wittwer, A., Huber, S., Bellaiche, Y. & Lechner-Scott, J. (1998). Computer-assisted re-training of attentional impairments in patients with multiple sclerosis. Journal of Neurology, Neurosurgery, and Psychiatry, 64, 455-462.
  15. Anmerkung http://www.dbsv.org/infothek/statistik.html (Abfrage: Mai 2006).
  16. Anmerkung Telefonische Anfrage beim Bundesamt für Statistik: Mai 2006.
  17. Anmerkung Brambring, M. & Schneider, W. (1986). Lokomotion und Verkehrsverhalten sehgeschädigter Personen. Rehabilitation, 25, 74-79.
  18. Anmerkung Harder, A. (2007). Blindengerechte Tests: Problemstellung und Perspektiven.
    http://www.med.uni-magdeburg.de/%7eharder/bltests/bltests.html.
  19. Anmerkung Telefonische Auskunft von Dr. Richter, Rechtsanwalt des DVBS, Oktober 2007.
  20. Anmerkung http://www.bombs-online.de (Abfrage: August 2007).
  21. Anmerkung Brambring, M. (2002). Fachgutachten zum Unterrichtsbedarf für eine Schulung in Orientierung und Mobilität mit dem Langstock für sehgeschädigte Personen.
    http://www.bombs-online.de/13gut.htm (abfrage: September 2007).
    Das Gutachten liegt als pdf-Dokument vor. Alle Seitenangaben im folgenden Text beziehen sich auf diese Quelle.
  22. Anmerkung http://www.bombs-online.de/6kost.htm (Abfrage: September 2007).
  23. Anmerkung Herr Andreas Nehring, Pressestelle der DB in Düsseldorf, hat mir die Erlaubnis für Dreharbeiten am Hauptbahnhof Köln erteilt. Herr Nils Neubert hat das Video gedreht und abgemischt. Mit meiner Lebenspartnerin, Frau Christina Henf, habe ich das Vortragsskript intensiv diskutiert. Pastor Holger Johannsen hat mir den würdigen Vortragsrahmen ermöglicht. Das Auditorium hat durch seine rege Teilnahme den Vortrag sehr bereichert.
  24. Anmerkung Dr. Arne Harder, Luxemburger Straße 124 - 136 Wohnung 2208, 50939 Köln. Tel. 0221-4925431. Mail: nc-harderar@netcologne.de.

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