Wie kommunizieren Zellen im Immunsystem?

20.11.2009 -  

SFB-LogoDie Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung und Förderung des Sonderforschungsbereiches 854 "Molekulare Organisation der zellulären Kommunikation im Immunsystem" an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bewilligt. In den kommenden vier Jahren (2010-2014) werden dem Sonderforschungsbereich (SFB) insgesamt 9,3 Millionen Euro für interdisziplinäre Forschungsprojekte von der DFG zur Verfügung gestellt werden.

Der von der OvGU beantragte und maßgeblich von der Medizinischen Fakultät getragene Sonderforschungsbereich wird sich mit den molekularen Mechanismen befassen, die die Kommunikation zwischen den Zellen des Immunsystems steuern. "Schwerpunkt ist die Bearbeitung von Signalübertragsungsvorgängen, die im Rahmen zellulärer Kommunikationsprozesse im Immunsystem auftreten und die Immunantwort sowohl unter normalen Umständen als auch in Krankheitssituationen steuern, informiert der Sprecher des Sonderforschungsbereiches, Prof. Dr. Burkhart Schraven, Direktor des Institutes für Molekulare und Klinische Immunologie. "Langfristiges Ziel des Sonderforschungsbereiches ist es, neue Möglichkeiten zu finden, die Reaktion des Immunsystems medikamentös zu beeinflussen. Deshalb untersuchen wir in den kliniknah ausgerichteten Projekten des SFB 854 Krankheitsprozesse wie z.B. entzündliche Erkrankungen der Niere, des Magens, der Gefäße oder des Zentralnervensystems".

Der SFB 854 möchte auch neue Wege beschreiten, wie z.B. die mathematische Darstellung der komplexen Netzwerke, die die Immunantwort steuern. Diese komplexen Arbeiten werden wir im OvGU-Forschungszentrum Dynamische Systeme durchführen, das eine zentrale Stütze des SFB 854 darstellt", betont Schraven.

Ein weiteres zentrales Thema im SFB 854 stellt die Anwendung und Entwicklung neuer bildgebender Verfahren dar, mit denen die Immunantwort "live", im lebenden Organismus beobachtet werden kann. Hierzu wurde dem SFB 854 von der DFG ein eigenständiges Z-Projekt bewilligt.

Von dem Gutachtergremium wurde ebenfalls gewürdigt, dass der SFB854 die beiden Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät Magdeburg "Immunologie, einschließlich ´Molekulare Medizin der Entzündung`" und "Neurowissenschaften" inhaltlich miteinander verbindet. Zur Vernetzung der beiden Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät wurden im Programm des SFB insgesamt fünf "TWIN-Projekte" definiert, in denen Neurobiologen und Immunologen gemeinsam an einer immunologischen Fragestellung arbeiten.

"Durch die enge Vernetzung der beteiligten Fachdisziplinen sowohl untereinander als auch mit Partnern werden von dem neuen SFB viele Impulse für die weitere Entwicklung und auch die zunehmende überregionale Bedeutung der Forschungslandschaft in Sachsen-Anhalt ausgehen", ist Prof. Dr. Hermann-Josef Rothkötter, Dekan der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg überzeugt.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. med. Burkhart Schraven
Direktor des Instituts für Molekulare und Klinische Immunologie
der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg,
Tel. 0391/ 67 15 800
burkhart.schraven@med.ovgu.de

Weitere Informationen:

DFG-Pressemitteilung unter: http://idw-online.de/pages/de/news344654

Uni-Pressemitteilung Nr.140/ 20.11.09

"Otto-von-Guericke-Universität wirbt über 17 Millionen Euro für internationale Spitzenforschung ein"

http://www.uni-magdeburg.de/home/rpoe/presse_medien/pressemitteilungen/pmi_2009/pressemitteilungen_november_2009/pm_140_2009.html

Letzte Änderung: 24.05.2019 - Ansprechpartner: Webmaster