Was tun bei Prostatakrebs? - Diagnose und Therapie

11.10.2018 -  

Mit dem Thema „Prostatakrebs - Diagnose und Therapie“ setzt die Universitätsklinik für Urologie und Kinderurologie am Dienstag, 16. Oktober 2018, ihre monatliche Vortragsreihe zu Gesundheitsthemen für Patienten und die interessierte Öffentlichkeit fort. Die Veranstaltung findet um 17.00 Uhr im Theoretischen Hörsaal (Haus 28, rechter Eingang) auf dem Campus der Universitätsmedizin Magdeburg, Leipziger Straße 44, statt. Der Eintritt ist frei. Nach dem Vortrag von Klinikdirektor Prof. Dr. Martin Schostak besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

An Prostatakrebs erkranken jedes Jahr etwa 70.000 Menschen in Deutschland, zunehmend ab dem 50. Lebensjahr. Angesichts des prognostizierten Anstiegs des Anteils der Senioren an der Gesamtbevölkerung ist daher auch von einer weiter steigenden Zahl der Männer mit einem Prostatakarzinom auszugehen. Steht die Diagnose Prostatakrebs zweifelsfrei fest, geht es um die richtige Behandlung.

Prof. Schostak: „Der Krebs der Vorsteherdrüse ist eine Erkrankung mit einer sehr hohen Spannbreite: Auf der einen Seite kommen sehr gefährliche oder sogar primär metastasierte Krebse vor, auf der anderen Seite gibt es einen erheblichen Teil von Prostatatumoren, die aus heutiger Sicht nicht sofort lebensbedrohlich sind und deshalb vielleicht auch nicht unbedingt hätten diagnostiziert oder sofort behandelt werden müssen. Die individuelle Beurteilung für den Betroffenen, welcher Typ der Erkrankung vorliegt und ob und welche Behandlung für ihn am besten geeignet ist, erscheint sehr schwierig.“

Doch wann empfiehlt sich eine Strategie des Abwartens und wann ist sofort mit einer aktiven Therapie zu beginnen? Es gibt unterschiedliche Therapieoptionen, wie die radikale Prostatektomie und perkutane Radiotherapie, aber auch sogenannte alternative Therapieverfahren, z. B. eine fokale Therapie. Welche Behandlung ist im individuellen Fall die optimale Entscheidung?

Interdisziplinäre Sprechstund-Schostak und Brunner (2)Das interdisziplinäre Prostatakrebszentrum der Universitätsklinik Magdeburg nimmt sich diesem Problem an und bietet eine gemeinsame Sprechstunde von Urologen und Strahlentherapeuten für Betroffene und Angehörige. Prof. Schostak: „In den Gesprächen möchten wir herausfinden, welche Behandlungsoption den größten Erfolg bei den niedrigsten Nebenwirkungen zeigt. Wir bieten diese individuelle Beratung an, damit der Patient selbst Vor- und Nachteile abwägen und die für ihn richtige Entscheidung treffen kann.“

Die Einrichtung ist als „Prostatakrebszentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft“ zertifiziert. Eine solche Auszeichnung wird nur an Zentren verliehen, die ihre leitliniengerechte Behandlung in Qualität und Quantität in einem zweitägigen Audit gegenüber der DKG nachweisen. Geprüft werden dabei Mindestzahlen und Qualitätsstandards gemäß der sogenannten S 3-Leitlinie für Diagnostik und Therapie des Prostatakrebses.

Die nächste und zugleich letzte Veranstaltung im Rahmen der Urologischen Vortragsserie in diesem Jahr findet am 16. Dezember 2018 statt. Auf dem Programm steht dann das Thema „Inkontinenz – moderne Möglichkeiten bei Frau und Mann“.

Kontakt:
Universitätsklinik für Urologie und Kinderurologie
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg
Tel. 0391 6715036
Fax. 0391 6715094

FOTO: Der Urologe Prof. Dr. Martin Schostak (links) und der Strahlentherapeut Prof. Dr. Thomas Brunner bieten eine gemeinsame Sprechstunde im interdisziplinären Prostatakrebszentrum der Universitätsmedizin Magdeburg an (Foto: Uniklinik)

Letzte Änderung: 09.10.2018 - Ansprechpartner:

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