Universitätsmedizin Magdeburg gewinnt Spitzenforscherin

02.09.2021 -  

Prof. Dr. med. Verena Keitel-Anselmino ist die neue Direktorin der Universitätsklinik für Gastroenterologie, Hepatologie und lnfektiologie Magdeburg.

Die ausgewiesene Expertin für Erkrankungen der Leber und Gallenwege am Universitätsklinikum Düsseldorf, Prof. Dr. med. Verena Keitel-Anselmino, ist dem Ruf nach Magdeburg gefolgt und besetzt seit 1. September den Lehrstuhl für Gastroenterologie, Hepatologie und lnfektiologie an der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Die 44-Jährige übernimmt damit die Leitung der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und lnfektiologie Magdeburg. Nach dem Wechsel 2019 von Prof. Dr. med. Ali Canbay nach Bochum leitete Prof. Dr. med. Jochen Weigt kommissarisch die Klinik.

Prof. Dr. med. Verena Keitel-Anselmino

Foto: Prof. Dr. med. Verena Keitel-Anselmino ist die neue Lehrstuhlinhaberin für die Gastroenterologie, Hepatologie und lnfektiologie der Universitätsmedizin Magdeburg. Fotografin: Sarah Kossmann/UMMD

Als Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie liegt ihr Fokus auf der molekularen, translationalen und klinischen Untersuchung von Leber- und Gallenwegserkrankungen und hier insbesondere auf dem Gebiet der cholestatischen Lebererkrankungen, bei denen es durch eine gestörte Gallebildung und -ausscheidung zu einer Ansammlung von toxischen Inhaltsstoffen der Galle im Körper kommt. Die gebürtige Baden-Württembergerin gilt mit ihrer Forschung als Spezialistin auf diesem Gebiet und engagiert sich mit ihrer Expertise in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsverbünden. „Meine aktuellen Forschungsprojekte befassen sich mit der Bedeutung von Gallensäuren und ihrer Transportproteine sowie Rezeptoren bei Leberschädigung und regenerativen Prozessen inklusive Tumorentwicklung. In unseren Arbeiten untersuchen wir die Rolle von Gallensäuren als Botenstoffe unter physiologischen Bedingungen als auch bei verschiedenen Lebererkrankungen und befassen uns zudem mit angeborenen Lebererkrankungen und dem Einfluss von genetischen Varianten auf die Entstehung und den Verlauf von Lebererkrankungen. Letzteres gehört in den Bereich der Präzisionsmedizin und wird uns hoffentlich in Zukunft durch individualisiertes Risikomanagement und maßgeschneiderte therapeutische Ansätze eine noch bessere Versorgung unserer Patientinnen und Patienten erlauben“, erläutert Prof. Keitel-Anselmino. Zu diesem Themengebiet leitete sie zuletzt das Düsseldorfer Cholestase-Labor und die Cholestase-Ambulanz, eine national und international ausgewiesene Spezialeinrichtung für die Diagnostik und Betreuung von Patient:innen mit angeborenen cholestatischen Lebererkrankungen.

Die Spitzenforscherin freut sich auf die neue Aufgabe: „Ich habe mich bewusst für den Wechsel nach Magdeburg entschieden, da ich hier auf ein klinisch und wissenschaftlich hervorragendes Umfeld treffe, das eine exzellente medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten sowie innovative interdisziplinäre Möglichkeiten in Forschung und Lehre bietet.“

Prof. Keitel-Anselmino studierte in Heidelberg, London und Durham (USA) Medizin. Vor dem Wechsel an die Universitätsmedizin Magdeburg war sie als leitende Oberärztin der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf tätig. Daneben leitete sie zudem das Leberkrebs- und Viszeralonkologische Zentrum und war Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des Universitätstumorzentrums (UTZ). Prof. Keitel-Anselmino war über Jahre Leiterin des integrierten Graduiertenkollegs des Sonderforschungsbereiches 974 „Kommunikation und Systemrelevanz bei Leberschädigung und Regeneration“ und förderte so direkt die strukturierte Ausbildung der naturwissenschaftlichen und medizinischen Doktorand:innen an der Universität Düsseldorf. Zudem ist die neue Klinikdirektorin in zahlreichen nationalen und internationalen Fachgesellschaften tätig und damit immer auf dem neuesten Stand der Forschung und Behandlungsmöglichkeiten in ihrem Tätigkeitsfeld. Als Anerkennung für ihre Forschungsleistung wurde Prof. Keitel-Anselmino von 2013 bis 2015 in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen.

Hintergrund:

Um in Sachsen-Anhalt eine Professur an einer Universität zu erlangen, muss gemäß §36 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) ein Berufungsverfahren durchgeführt werden. Geeignete Kandidat:innen durchlaufen dabei ein umfangreiches Verfahren. Eine mit mehreren Experten besetzte Berufungskommission begutachtet die Leistungen der Kandidat:innen in Forschung, Lehre und Krankenversorgung.

Letzte Änderung: 02.09.2021 - Ansprechpartner: Webmaster