Laborhotline: 0391 67-13919        Diensthabender Akademiker (Pieper, intern): 800 490

Inhalt:

1. Erreichbarkeit des Labors
  • Das Labor ist täglich 24 Stunden besetzt Tel. 13919, 13912 sowie Pieper 800 490.
  • In dieser Zeit erfolgt die uneingeschränkte Bearbeitung von Kurzroutine / Cito-Anforderungen (Notfalldiagnostik).
  • Bearbeitungen der übrigen Anforderungen: Montag bis Freitag 07:00 – 15:30 Uhr. In dieser Zeit sind die Bereiche Endokrinologie (Tel. 13982), Gerinnung (Tel. 13976), Hämatologie (Tel. 13923) und Proteine (Tel. 13954) ebenfalls erreichbar.
  • Anlieferung von Probenmaterial: via Rohrpost oder persönlichen Transport
  • Achtung: Die Bearbeitung einiger Parameter (siehe Leistungskatalog) erfolgt nicht täglich und/oder erfordert vorherige telefonische Anmeldung.

2. Von der Anforderung bis zum Eintreffen im Labor

2.1. Untersuchungsauftrag per belegloser Anforderung

  • Die Laboranforderungen werden beleglos per EDV im Programm „Laboranforderungen“ vorgenommen. Eine ausführliche Anleitung finden Sie unter Punkt 2.1.3. sowie in der Labormitteilung 4/2003 vom 07.07.2003.
  • Hierfür werden Barcodeblocks (Format 21 x 10.5 cm) benötigt, womit eine eindeutige Patienten- und Probenidentifikation möglich ist.

  • Es gibt zwei verschieden Arten dieser Barcodeblocks:

    • Barcodesatz Zentrallabor Routine
      (SAP-Nr. 300 39 11):

      Sie dienen zur beleglosen Anforderung aller vom Zentrallabor angebotenen Untersuchungen mit Ausnahme von Funktionstesten (z.B. OGT-Test) und sind mit ablösbaren Etiketten versehen (s. Abschnitt 2.1.2)


    • Barcodebeleg Zentrallabor Spezialanforderungen
      (SAP-Nr. 300 13 81)

      Hiermit werden außer Funktionstesten Untersuchungen angefordert, die nicht im Zentrallabor bzw. an der Universität durchgeführt werden (Versenden des Untersuchungsmaterials an Fremd­einrichtungen). Die gewünschte Untersuchung muss in das Blankofeld dieses Blockes sowie Datum und Uhrzeit der Probenentnahme leserlich eingetragen werden.
      Bei einem Fremdversand des Materials müssen Sie vorher einen formlosen Antrag an den Ärztlichen Direktor bezüglich der Kostenübernahme stellen. Vergessen Sie bitte nicht Ihre Kostenstellennummer mit anzugeben, da diese für die Rechnungslegung nötig ist. Falls das Untersuchungsmaterial an eine bestimmte Adresse versand werden soll, geben Sie diese auf dem Anforderungsbeleg an. Der Originalbefund der untersuchenden Einrichtung geht dann an Sie.

  • Bezugsquelle der Barcodeblocks:
    Geschäftsbereich G3 (Logistik), Abteilung Einkauf, Lagerwirtschaft), Anforderung unter den oben genannten SAP-Nummern.

2.1.1. Patientenidentifikation

  • Das hierfür benötigte patientenspezifische Etikett wird bei der Patientenaufnahme durch die Verwaltung erstellt. Es beinhaltet:
    • persönliche Daten (Name, Geschlecht, Geburtsdatum)
    • Aufnahmenummer des Patienten
    • Anforderer (Stationskürzel)
    Es muss in das dafür vorgesehene Feld des Barcodeblocks eingeklebt werden.
  • Alternativ möglich:
    • handschriftliche Eintragung der entsprechenden Angaben (wichtig: vollständig und leserlich!)
    • oder
    • Nachdruck von Etiketten (wichtig: akzeptable Druckqualität, um maschinelles Einlesen zu gewährleisten).

2.1.2. Probenidentifikation

  • Das dem erforderlichen Untersuchungsmaterial entsprechende Etikett vom Barcodeblock ablösen und auf das Blutentnahmegefäß (Vacutainer) kleben.
    Wichtig:
    • Mittiges und gerades Bekleben in Längsrichtung des Röhrchens!
      Schiefes Aufkleben, Herumwickeln oder zu tiefes Plazieren unbedingt vermeiden!
    • Im Bereich des Strichcodes keine handschriftlichen Eintragungen vornehmen!
    Nichtbeachtung dieser Hinweise macht maschinelles Einlesen unmöglich!

    Falsch!
    Richtig!


    Hinweis: Die Farbe des Etiketts muss derjenigen der Verschlusskappe des BD-Vacutainers entsprechen (s. Abschnitt 2.3.: Entnahmegefäße). Die gleiche farbliche Unterlegung hat auch der Screen, auf dem Sie die beleglose Anforderung der gewünschten Untersuchung vornehmen!
    ACHTUNG: Falschetikettierungen verursachen Probenverwechselungen (damit ist keine Bearbeitung möglich)!

2.1.3. Erstellen der Laboranforderungen

  • Alle weiteren für das Labor erforderliche Angaben geben Sie über das Programm „Laboranforderungen“ direkt in den Computer ein:
    • Patientenidentifikation
    • Abrechnungsart (zwingend erforderlich!)
    • Klinische Angaben
      Nach Anklicken des Feldes „Klinische Angaben“ öffnet sich ein Fenster mit einer Palette diesbezüglicher Sachverhalte. Zutreffendes bitte anklicken. Weitere Angaben können in das Feld „Fragestellung / Hinweise“ als freier Text eingetragen werden.
    • Datum und Uhrzeit der Entnahme des Untersuchungsmaterials
  • Nach Bestätigen aller Angaben (durch „OK“) öffnet sich das Markierungsfeld aller angebotenen Untersuchungen. Die farbliche Unterlegung weist in den meisten Fällen auf die erforderlichen Entnahmegefäße hin (identische Farben der Verschlusskappen der Röhrchen).
  • Links oben weist das Markierungsfeld ein Eingabekästchen „Probe infektiös“ auf. Es muss angeklickt werden, wenn ein als infektiös bekanntes Material analysiert werden soll. Die entsprechende Kennzeichnung der Röhrchen bitte mittels eines vom Barcodeblock ablösbaren Etiketts vornehmen!
  • Es gibt zwei verschiedene Eingabefelder
    1. Kurzroutine / Cito
      • es öffnet sich zuerst
      • alle hier angeführten Parameter werden ständig (täglich 24 Stunden) in der Regel innerhalb von 90 Minuten bearbeitet
      • es beinhaltet auch die Parameter zum „Vitalstatus“
      • Bei lebensbedrohlichen Notfällen sind den Proben die roten Notfallzettel beizulegen.
    2. Spezialroutine
      • Die „Spezialroutine“ wählen Sie an durch anklicken der Kopfleiste des Eingabefeldes
      • Sie gliedert sich in Unterbereiche, die farblich unterlegt sind:
        • klinisch-chemische Untersuchungen: grün/orange
          (Untersuchungsmaterial Serum oder Li-Heparin-Blut)
        • Gerinnungsuntersuchungen: blau
          (Untersuchungsmaterial Citrat-Blut)
        • Perioperatives Gerinnungsmanagement (PFA, MULTIPLATE, ROTEM): blau/grau
          (Untersuchungsmaterial Citrat-Blut bzw. Hirudin-Blut)
        • Hormone, Vitamine, Varia (Blei, Homocystein, HbA1c): violett
          (Untersuchungsmaterial EDTA-Blut) bzw Hirudin-Blut (grau)
          ACHTUNG: Das im EDTA-Blut zu bestimmende Blutbild klicken Sie im Eingabefeld „Kurzroutine / Cito“ an.
        • Spurenelemente: dunkelblau
          (Untersuchungsmaterial Venenblut in Spezialvacutainern)
        • Urinuntersuchungen: gelb
          (Untersuchungsmaterial Spontan- oder Sammelurin)
        • Untersuchungen von Sondermaterialien: grau
          (Liquor, Stuhl, Fruchtwasser, Nabelschnurblut, Schweiß, Dialysat, sowie Funktionsteste (oGGT, TRH-Test)
      • Auch Anforderungen der Spezialroutine werden z. T. am gleichen Tag bearbeitet. Bei aufwendigeren oder kostenintensiveren Methoden kann die Bearbeitungszeit jedoch auch mehrere Tage in Anspruch nehmen.
  • Für die ROTEM- und MULTIPLATE-Analyse ist eine Anmeldung im Labor erforderlich (Tel.: 13912; Pieper: 800490). Für die Übertragung der Ergebnisse der ROTEM-Amalysen ist außerdem ein Zugang zum Programm „Secure Viewer“ erforderlich. Dieser muss im MRZ (Tel.: 15704) beantragt werden.
  • Ein Sonderfall ist die Anforderung von genetischen Untersuchungen (qualitativer Nachweis von Mutationen), die nach dem Gendiagnostikgesetz (GenDG) nur durchgeführt werden dürfen, wenn die betroffene Person in die Untersuchung und die Gewinnung der dafür erforderlichen Probe ausdrücklich und schriftlich gegenüber der ärztlichen Person eingewilligt hat.
    Wir dürfen genetische Analysen nur durchführen, wenn ein Nachweis dieser Einwilligung vorliegt.
    Das Formblatt für diese Einwilligungserklärung können Sie sich durch Anklicken dieses Links herunterladen.
  • Untersuchungsmaterial, das radioaktive Nuklide enthält (z.B. diagnostische Radiologie) muss entsprechend gekennzeichnet werden. Die Barcodeblöcke enthalten entsprechende ablösbare Labels, mit denen die Röhrchen beklebt werden müssen:

2.1.4. Laboranforderungen in Ausnahmesituationen

Planmäßige Wartungen oder Havarien können dazu führen, dass elektronische Untersuchungsanforderungen wie auch Befundübermittlungen zeitweise nicht möglich sind.

  • Wir informieren Sie in geplanten Fällen rechtzeitig darüber und geben Hinweise zum Verhalten in dieser Situation, die Sie dann bitte im Interesse einer möglichst ungestörten Weiterführung der Labordiagnostik beachten sollten.
  • Um Verzögerungen zu minimieren und sowohl die Erstellung als auch deren Bearbeitung im Labor zu vereinfachen, steht Ihnen ein Formular Notfallanforderung bei EDV-Ausfall zur Verfügung. Diese Formulare erhalten Sie im Warenlager (SAP-Nr. 3000281).
    Wir empfehlen, dass Sie sich mit einer Anzahl dieser Formulare bevorraten, damit Sie im Falle von EDV-Havarien gewappnet sind. Eine detaillierte Anleitung zum Umgang mit diesen Formularen finden Sie hier (Labormitteilung 04/2012 vom 20.07.2012).
  • Derartige Ausnahmesituationen sind auch für das Labor mit erheblicher Mehrarbeit verbunden. Im Interesse einer möglichst zügigen Befunderstellung bitten wir Sie, in diesem Fall nur die dringenden Anforderungen vorzunehmen.

2.2. Gewinnung von Untersuchungsmaterial

Die korrekte Entnahme von Untersuchungsmaterial und Füllung der Probenröhrchen ist für die Qualität der Untersuchungsbefunde von entscheidender Bedeutung. Im Falle von offensichtlich fehlerhaft entnommenem Untersuchungsmaterial ist keine Bearbeitung möglich.

Eine Zusammenstellung der zur Verfügung stehenden Probenröhrchen finden Sie unter Punkt 2.3. (Entnahmegefäße)

Bei einigen Untersuchungen ist die Kenntnis von Einflussgrößen (Medikamente, insbesondere Antikoagulantien, Gravidität, Zeitpunkt des Menstruationszyklus usw.) sowohl für die Analytik als auch die Befundinterpretation wichtig. Im Leistungskatalog sind diese Hinweise unter dem jeweiligen Parameter eingefügt. Bitte tragen Sie diese Einflussgrößen bei der Anforderung der Untersuchung in das Feld „Klinische Angaben“ ein (s. Abschnitt 2.1.3.).

2.2.1. Venöses Blut

  • Zur Blutentnahme soll der Patient möglichst nüchtern sein (12stündige Nahrungs- und 24stündige Alkoholkarenz)
  • Im Regelfall erfolgt die Blutentnahme morgens (Vermeidung zirkadianer Einflüsse)
  • Zur venösen Blutentnahme wird ambulanten Patienten das Blut in sitzender Position (die sie 15 min vorher eingenommen haben) entnommen. Stationären Patienten wird das Blut in liegender Position entnommen (zur Vermeidung von Hämokonzentration bzw. -dilution).
    In Ausnahmefällen (z.B. Aufnahme von Akutkranken) kann von dieser Regel abgewichen werden.
  • Venenpunktion und Blutentnahme (Vorgehensweise):
    • Blutentnahme mit steriler Einmalnadel möglichst aus gut palpabler Armvene
    • Desinfektion der Punktionsstelle (Tupfer oder Spray), vor Punktion trocknen lassen
    • Kurzzeitiger Venenstau (maximal 1 min) mit Staudruck zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck
    • Wird Blut aus liegenden venösen Zugängen (Katheter) entnommen, müssen die ersten 10 ml müssen verworfen werden
    • Das Entnahmegefäß soll sich behinderungsfrei und ohne Schaumbildung füllen
      (Geeignete Entnahmegefäße finden Sie im Abschnitt 2.3.)
    • Venenblut wird in folgender Reihenfolge entnommen:
      1. Serum
      2. Citratblut / Hirudinblut
      3. Li-Heparinatblut
      4. EDTA-Blut
      5. Andere (z.B. NaF-Blut)
    • Bei der Gewinnung des Probenmaterials für Gerinnungsanalysen müssen zusätzlich folgende Vorkehrungen beachtet werden:
      • Vollständige Füllung des Entnahmegefäßes ist unabdingbar!
        Anderenfalls ist eine Bearbeitung nicht möglich („Vacutainerfehler“)
      • Sofortiges Mischen des Citratblutes durch mehrmaliges Schwenken („über Kopf“) zur Vermeidung artifizieller Gerinnung. Jedoch: Kein Schütteln!! (Unbedingte Vermeidung von Schaumbildung)
      • Antikoagulantien beeinflussen Gerinnungsanalysen in teilweise erheblichem Maße. Diese Medikationen müssen dem Labor daher mitgeteilt werden (siehe Abschnitt 2.1.3. Erstellen der Laboranforderungen: Klinische Angaben).
      • Die Zeit zwischen der Blutentnahme und der Analyse im Labor soll 4 Stunden nicht überschreiten. Eine Verlängerung dieser Frist durch Kühlen des Citratblutes ist nicht statthaft (artifizielle Kälteaktivierung von Gerinnungsfaktoren!).
      • Hämatokritwerte > 0.55 verfälschen Gerinnungsanalysen (Versagen des üblichen Mischungsverhältnis Citrat/Blut von 1:10). Es ist es aber möglich, speziell auf den jeweiligen Hämatokrit adaptierte Blutabnahmegefäße zu verwenden. Im Tagesdienst (werktags) können Sie diese vom Labor erhalten. Setzen Sie sich bitte mit dem Labor in Verbindung (Tel. 13919).
      • Ein Spezialfall ist die Abnahme von Blut für Untersuchungen von Thrombozytenfunktionen. Derartige Untersuchungen sind zeitaufwendig und müssen unverzüglich nach Materialgewinnung durchgeführt werden. Deshalb ist eine vorherige Absprache mit dem Gerinnungslabor (Tel. 13973) unbedingt erforderlich.
        Erfolgt die Blutentnahme beim Patienten direkt im Gerinnungslabor (Haus 39), entfällt der Probentransport. Ist dies nicht möglich, muss wie folgt verfahren werden:
        1. Verwendung großlumiger Kanülen (mind. 21 Gauge)
        2. freies(!) Einlaufen des Blutes in das Entnahmegefäß ohne Vakuum (z.B. Citrat Vacutainer mit abgenommener Verschlusskappe)
        3. unverzüglicher Transport ins Gerinnungslabor; nicht per Rohrpost!
    • Für Blutentnahmesysteme mit Antikoagulanzzusatz (EDTA, Heparin, NaF) oder mit gerinnungsfördernden Zusätzen gilt: Sofort durch mehrmaliges „Über-Kopf-Schwenken“ unter Vermeidung von Schaumbildung gut mischen (siehe Abschnitt 2.3.: Entnahmegefäße für Untersuchungsmaterial)!
  • Ein weiterer Sonderfall: Venöses Blut für PCR-Untersuchungen (Genotypisierungen und Viruslastbestimmungen):
    Für Genotypisierungen ist die Einwilligungserklärung des Patienten erforderlich (s. Abschnitt 2.1.3).
    Für Viruslastbestimmungen ein zusätzliches Röhrchen mit Venenblut erforderlich, um eine Kontaminationen zu vermeiden.
  • Grundsätzlich gilt: Entnommenes Blut, ob mit oder ohne Zusätze, darf nicht eingefroren werden!

2.2.2. Kapillarblut

  • Grundsätzlich gilt die Empfehlung, als Untersuchungsmaterial anstelle von Kapillarblut venöses Blut zu verwenden („richtigere“ und reproduzierbarere Befunde).
  • Als Ort der Kapillarblutentnahme ist die Fingerbeere gegenüber dem Ohrläppchen zu bevorzugen, bei Neugeborenen wird die Abnahme aus der Ferse empfohlen.
  • Die Vorgehensweise ist wie folgt:
    • Desinfektion der Entnahmestelle (Tupfer oder Spray), anschließend abtrocknen lassen
    • Zum Einstich ausschließlich Sicherheitslanzetten mit einer Einstichtiefe von 3 mm verwenden (geringere Einstichtiefe bei Neugeborenen)
    • Luftblasenfreie Füllung der End-to-End-Kapillare mit Blut (Für Blutgasanalyse Kapillare mit Stahlstift)
    • die weitere Vorgehensweise richtet sich nach dem Verwendungszweck der Blutprobe:
      Blutglucosebestimmung
      • außen an der Kapillare anhaftendes Blut vorsichtig abwischen
      • Kapillare in das Röhrchen mit Glukose-Systemlösung geben und durch mehrmaliges Kippen mischen
      • Röhrchen mit Etikett zur Probenidenifikation (s. Abschnitt 2.1.2.) versehen
      Blutgasanalyse
      • beidseitiges Verschließen der luftblasenfrei (!) gefüllten Kapillare
      • mehrmalige Auf- und Abwärtsbewegung des Stahlstiftes mittels eines Magneten
        (zwecks Mischung des Blutes mit Heparin zur Verhinderung der Gerinnung)

2.2.3. Urin

  • Je nach Art der angeforderten Untersuchung kann die Gewinnung von Spontanurin oder Sammelurin erforderlich sein.
  • Unabhängig davon gelten folgende Regeln:
    • Störende Medikamente müssen 3 Tage vor der Untersuchung abgesetzt werden, ebenso sind für einige Untersuchungen bestimmte Nahrungsmittel 3 Tage zu meiden. Detaillierte Angaben hierzu finden Sie im Leistungskatalog des Institutes.
    • Insbesondere zur Untersuchung zellulärer Elemente ist der sofortige Versand ins Labor erforderlich.
    • Das Labor benötigt jeweils ein 10-ml-Aliquot des gewonnenen Urins.
  • Spontanurin soll stets als Mittelstrahlurin gewonnen werden.
    • Für die Untersuchung zellulärer Elemente den 1. Morgenurin einsenden.
    • Für alle weiteren Untersuchungen empfiehlt sich der 2. Morgenurin.
  • Für die Gewinnung von Sammelurin gelten folgende Vorgehensweisen:
    • Am Morgen des Sammeltages wird zunächst die Blase entleert und diese erste Urinportion verworfen. Danach wird der gesamte Urin in einer braunen 2-l-Flasche gesammelt. Am Ende der Sammelperiode wird die Blase wieder entleert, auch dieser Urin wird gesammelt. Der gesamte Urin muss dann gut gemischt werden, bevor ein Aliquot entnommen und schnellst möglich ins Labor geschickt wird.
    • Eine Sammelzeit von 24 Stunden wird empfohlen, jedoch sind kürzere Sammelzeiten ebenfalls möglich. Unabdingbar ist in jedem Falle die Notierung der genauen Sammelzeit wie auch des Sammelvolumens. Diese Daten müssen dem Labor mitgeteilt werden (Eingabe in den Computer bei der Laboranforderung).
    • Manche Bestimmungen erfordern Hinzufügung stabilisierender Zusätze (z.B. Salzsäure oder Essigsäure). Insbesondere gilt dies für die Analyse von Magnesium, Calcium und Phosphat sowie von Katecholaminen. Entsprechende Urinsammelsets erhalten Sie im vom Labor (Tel. 13919)
      ACHTUNG: Die Bestimmung anderer Parameter, für die kein Säurezusatz im Urin erforderlich ist, ist aus angesäuertem Urin nicht möglich (Ausnahmen: Glucose, Harnstoff und Creatinin).
    • Eine ausführliche Anleitung der Gewinnung von Sammelurin, die Patienten ausgehändigt werden kann, finden Sie unter folgendem Link.

2.2.4. Liquor

  • Die diagnostische Liquorpunktion zu Gewinnung des Untersuchungsmaterials setzt die strikte Beachtung einer ganzen Reihe von Empfehlungen voraus, die als „Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie“ veröffentlicht wurden.
  • Empfohlene Entnahmegefäße:
    12-ml-Röhrchen mit blauem Bajonettverschluss; Fa. Greiner Bio One; Art.-Nr. 164161)
  • Blutiger Liquor kann das Ergebnis einer artifiziellen Einblutung bei der Punktion sein. Mit Ausnahme der Bestimmung von Lactat ist daher in diesen Fällen eine Bestimmung nicht möglich.
  • Wegen der Instabilität von Zellen im Liquor ist dieser nach Gewinnung unverzüglich dem Labor zuzuleiten. Aus dem gleichen Grund ist ein Versenden per Rohrpost unzulässig. Nachmeldungen > 2 Stunden sind nicht möglich.

2.2.5. Punktate extravasaler Flüssigkeiten

2.2.6. Stuhl

  • Für die von uns angebotenen Untersuchungen qualitativer als auch quantitativer Art wird jeweils nur eine bohnengroße Stuhlprobe benötigt.
  • Bei Untersuchungen auf okkultes Blut (Testbriefe) müssen die vom Hersteller angegebenen Diätvorschriften sorgfältig eingehalten werden.

2.2.7. Entnahme von Blut aus Kathetern

Eine Blutentnahme aus zentral-venösen, peripheren oder arteriellen Kathetern ist möglich, wenn vor der eigentlichen Entnahme zur Spülung des Katheters mindestens 10 ml, besser 20 ml Blut entnommen und verworfen werden.

2.2.8. Schweiß

  • Sammeln von Schweiß für die Chlorid Analyse bei Verdacht auf Mukoviszidose
  • Der Schweißtest ist gemäß Leitlinie des Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI-Guideline) als Piloparpin-Iontophorese durchzuführen:
    • Gibson-Cook oder Macroduct-System
    • Stimulation der Haut mit Pilokarpin mittels batteriebetriebener Spannungsquelle
    • Sammelzeit 30 min
    • Mindestmenge 25 µl
    • Schweißtest ab dem 14. Lebenstag, bei Kindern mit einem Körpergewicht > 3000g und > 36 SSW durchführbar
      § Bilaterale Durchführung (beide Oberschenkel oder beide Oberarme) erhöht die Rate auswertbarer Untersuchungen, insbesondere beim Neugeborenenscreening
    • Patienten sollten gut hydriert sein, kein Ödem oder Ekzem aufweisen
    • am selben Tag durchgeführte Test gelten nicht als unabhängige Test
  • Leitlinie „S2-Konsensus-Leitlinie „Diagnoe der Mukoviszidose“ (AWMF 026-023)
  • Kinder-Richtlinie über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres

2.3. Entnahmegefäße für Untersuchungsmaterial

Die meisten der aufgeführten Gefäße sind Lagerartikel und können mit der in den folgenden tabellarischen Übersichten (Tabellen 1-5) ersichtlichen SAP-Nummern im Lager des Geschäftsbereiches G3 (Logistik direkt abgefordert werden.
Bitte beachten Sie:
Existieren für den gleichen Verwendungszweck Röhrchen mit unterschiedlichen Volumina, sollte das größere Volumen gewählt werden. Gründe:

  • Bei Röhrchen mit Antikoagulanzzusatz (Citrat, EDTA) ist wegen der besseren Mischbarkeit mit Blut die Gefahr artifizieller Gerinnselbildung geringer,
  • Besonders bei Anforderung mehrerer Untersuchungen wird die Gefahr verringert, dass die Materialmenge unzureichend ist.
  • Größere Röhrchen werden von den Geräten besser erkannt

Tabelle 1: Vacutainer® der Firma BD
Artikel-Nr.
(SAP-Nr.)
VerwendungSpezifikation
(lt. Herstellerangaben)
Volumen
(ml)
Material
(Farbe der Kappe)
363047
(1000187)
Gerinnunggepuffertes Na-Citrat
(0,109 Mol)
für Gerinnungsuntersuchungen bei Kindern
1,8PET-Kunststoff
367714
(1000173)
Gerinnunggepuffertes Na-Citrat
(0,105 Mol)
4,5Glas
367704
(nicht verzeichnet)
Gerinnunggepuffertes Na-Citrat
(0,129 Mol)

nur für Blutungszeit in vitro (PFA)
4,5Glas
367953
(1000180)
SerumTrenngel +
Gerinnungsaktivator
8,5PET-Kunststoff
367957
(1000185)
SerumTrenngel +
Gerinnungsaktivator
3,5PET-Kunststoff
367376
(1000188)
PlasmaTrenngel + Li-Heparin4,5PET-Kunststoff
367378
(1000178)
PlasmaTrenngel + Li-Heparin8,0PET-Kunststoff
368860
(1000172)
Blutbild7,2 mg K3-EDTA4,0PET-Kunststoff
368841
(1000186)
Blutbild3,6 mg K2-EDTA2,0PET-Kunststoff
368920
(1000181)
Blutzucker5 mg Na-Fluorid,
4 mg K-Oxalat
2,0PET-Kunststoff
368380
(1000176)
Spuren-
elemente
ohne Zusätze, silikonisiert6,0Kunststoff
368381
(1020381)
Spuren-
elemente
K2-EDTA6,0Kunststoff
364915
(nicht verzeichnet)
Urin-Analyseohne Zusätze11,0PET-Kunststoff

Tabelle 2: Entnahmegefäße für Kleinkinder und Säuglinge (Firma Sarstedt)
Artikel-Nr.
(SAP-Nr.)
VerwendungSpezifikation
(lt. Herstellerangaben)
Volumen
(ml)
Material
(Farbe der Kappe)
41.1504.006
(1000191)
BlutbildK-EDTA1,3Kunststoff
(rot)
41.1506.006
(1000192)
GerinnungCitrat1,3Kunststoff
(grün)
41.1500.006
(1000190)
SerumSerum-Gel +
Gerinnungsaktivator
1,1Kunststoff
(braun)

Tabelle 3: Gefäße für kapillare Blutentnahme (Microtainer® der Firma BD)
Artikel-Nr.
(SAP-Nr.)
VerwendungSpezifikation
(lt. Herstellerangaben)
Volumen
(µl)
Material
(Farbe der Kappe)
365975
(nicht verzeichnet)
Blutbild0,8 mg K2-EDTA250-500Kunststoff
(lila)
365950
(1000194)
Serumohne Zusätze250-500Kunststoff
(rot)
365954
(1000195)
SerumTrenngel + UV-Schutz250-500Kunststoff
(goldgelb)
365986
(nicht verzeichnet)
PlasmaTrenngel + Li-Heparin250-500Kunststoff
(grün)

Tabelle 4: Spritzen für Blutgasanalyse (Firma Radiometer)
Artikel-Nr.
(SAP-Nr.)
NameAussehen
956622
(1005023)
safePICO - Aspirationsspritze mit safeTIPCAP
956552
(1000752)
Aspirationsspritze PICO50

Tabelle 5: Entnahmegefäße für MULTIPLATE-Analysen (Firma Roche und BD)
Artikel-Nr.
(SAP-Nr.)
VerwendungSpezifikation
(lt. Herstellerangaben)
Volumen
(ml)
Aussehen
06675751001 (Roche)MULTIPLATErekombinantes Hirudin3,0
368884 (BD)MULTIPLATELi-Heparin ohne Trenngel4,0

2.4. Transport und Aufbewahrung der Untersuchungsmaterialien

  • Der umgehende Transport ins Labor vermeidet fehlerhafte Werte als Folge einer suboptimalen Lagerung und ermöglicht eine rasche Befunderstellung.
  • Ist Ihre Einrichtung an das System der Rohrpost angeschlossen, wählen Sie diese Transportform als schnellste Option.
    Ausnahme: Für die Untersuchung von Thrombozytenfunktionen (s. Abschnitt 2.2.1.), MULTIPLATE-Analysen (Hirudin-Blut) sowie von Liquor (s. Abschnitt 2.2.4.) ist diese Art des Transportes unzulässig.
    Weiterhin beachten Sie bitte:
    • Die Probengefäße bedürfen unbedingt einer bruchsicheren Verpackung (Umwicklung in schützenden Plastiktüten).
      Siehe Labormitteilung 5/2003 vom 19.08.2003.
    • Havarien melden Sie bitte der MSR-Technik:
      Tel. 13441 bzw. 21190 werktags 07:00 – 15:30 Uhr.
      Außerhalb dieser Zeit muss ein Bereitschaftsdienst via Telefonzentrale (Tel. 91) angefordert werden.
  • Steht Ihnen die Rohrpost nicht zur Verfügung, erfolgt der Transport innerhalb des Klinikums durch die Malteser (Tel. 15940).
  • Bis zum Versand gewährleisten Sie bitte, dass das Probenmaterial keiner Wärmeeinwirkung ausgesetzt wird.
    Ausnahme von dieser Regel sind Proben, in denen Kryoglobuline bestimmt werden sollen (Abnahme in vorgewärmten Röhrchen und keine Absenkung der Temperatur unter 37 °C; Thermogefäße!).
    Gegebenenfalls weitere Vorschriften zur Aufbewahrung bzw. zum Transport finden Sie im Leistungskatalog für den jeweiligen Parameter („Hinweise/Patientenvorbereitung“, „Probentransport“, „Bemerkungen“).
  • Alle Probenmaterialien, die zu einem Untersuchungsauftrag gehören, müssen zusammen ins Labor geschickt werden. Fehlt eines der Probenmaterialien, wird der Untersuchungsauftrag nach einer Stunde mit dem Hinweis: „Mit Ihrer Anforderung ist kein Untersuchungsmaterial eingegangen“ geschlossen. Für die Befunderstellung ist dann ein neuer Untersuchungsauftrag mit entsprechendem Probenmaterial ins Labor zu schicken (siehe hierzu auch Labormitteilung 05/2012 vom 14.08.2012).
  • Die Aufbewahrungszeiten und somit auch Nachforderungsfristen sind begrenzt. Sie hängen von der Art der angeforderten Untersuchung ab und sind in der folgenden Auflistung ersichtlich.
Tabelle 6: Nachforderungsfristen
Art der Untersuchung (Parameter)Nachforderungen
Adrenalin im Plasmabis 2 Stunden
Adrenocortikotropes Hormonnicht möglich
Alpha-1-Antitrypsin im Stuhlnicht möglich
Ammoniak im Plasmanicht möglich
Anti-TPO (MAK)bis 2 Tage (bei Kühlschranklagerung)
Beta-2-Transferrin (in Sekreten)nicht möglich
Blutausstriche bis 5 Stunden
Blutbildam Tage des Probeneingangs
Calcitoninnicht möglich
C-Peptidnicht möglich
Cyclosporinam Tage des Probeneingangs
Digoxinbis 24 Stunden
Dopamin im Plasmabis 2 Stunden
Erythroblastenam Tage des Probeneingangs
Ethanolbis 60 Minuten
Fettsäuren, freiebis 30 Minuten
Folsäurebis 2 Tage
Gerinnungsuntersuchungenbis 4 Stunden
Glucose im Liquorbis 5 Stunden bei RT; 3 Tage bei 4 - 8 °C
Hämoglobin im Plasmanicht möglich
HbA1cam Tage des Probeneingangs
Homocysteinbis 1 Stunde
Hydroxyindolessigsäure im Urinnicht möglich
Insulinnicht möglich
Insulin-Like-Growth-Factor 1nicht möglich
Insulin-Like-Growth-Factor-Binding-Protein 3bis 24 Stunden
Interleukin 6bis 24 Stunden
Kalium (Plasma)bis 12 Stunden
Kryoglobulinenicht möglich
Lactat im Liquorbis 24 Stunden, bei 8 °C
LDH (Plasma)bis 24 Stunden
Leukozytenzahl im Liquorbis 2 Stunden
Noradrenalin im Plasmabis 2 Stunden
NSEbis 24 Stunden
Oliklonale Banden im Liquornicht möglich
Parathormonbis 8 Stunden
PlGFbis 2 Tage
Procalcitoninbis 24 Stunden
Progesteron (17-OH)bis 24 Stunden
Recalcifizierungszeit, aktiviertnicht möglich
Reninbis 4 Stunden
Retikulozytenam Tage des Probeneingangs
Serotonin im Serumbis 8 Stunden
sFLT-1bis 2 Tage
Tacrolimusam Tage des Probeneingangs
Troponin Tbis 24 Stunden
Thyreoglobulinbis 3 Tage
Thyreoglobulin-Wiederfindungbis 3 Tage
Thyroxin, frei (FT4)bis 48 Stunden
TSH-Rezeptor-AK (TRAK)bis 3 Tage
Urinsedimentnicht möglich
Vancomycinbis 2 Tage
Vitamin Aam Tage des Probeneingangs
Vitamin B12bis 24 Stunden
Vitamin Eam Tage des Probeneingangs
Wachstumshormon (HGH)nicht möglich
Zellzahl im Punktatbis 2 Stunden
Zellzahl im Urinbis 2 Stunden
Stand: 15.12.2015
  • Die angegebenen Zeiten beziehen sich auf eine Aufbewahrung des Untersuchungsmaterials unter Standardbedingungen im Kühlschrank bei 2 - 8 °C.
  • Untersuchungen bzw. Parameter, die nicht in dieser Auflistung enthalten sind, können in der Regel bis maximal 5 Werktage nach Blutabnahme nachgefordert werden.
    Ausnahmen: Untersuchungsmaterialien für infektionsserologische Untersuchungen werden 6 Monate und für molekulargenetische Untersuchungen 3 Monate tiefgefrorenen (-20 °C) aufbewahrt.

3. Befundübermittlung

  • Die Befundübermittlung erfolgt grundsätzlich per EDV über das Programm „Laborbefunde“. Damit können erstellte Laborwerte zeitnah eingesehen werden, unabhängig von der Fertigstellung des Gesamtbefundes
  • Markierungen von Laborwerten als „medizinisch noch nicht validiert“ bedeuten, dass deren Plausibilität noch der Überprüfung eines diensthabenden Akademikers bedarf. Gegebenenfalls können diese Werte vor der Endbefundung noch geändert werden.
  • Befundausdrucke durch den Anforderer sind jederzeit möglich, auch vor der Endbefundung („Vorläufiger Befund durch den Anforderer“). Noch in Arbeit befindliche Parameter werden als „folgt“ gekennzeichnet.
  • Befundausdrucke durch das Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie erfolgen nur für folgende Befunde nach Validierung durch akademische Mitarbeiter:
    • Spezialgerinnungsdiagnostik
    • Molekularbiologische Untersuchungen (PCR)
    • HIV-Befunde
      Letztere dürfen aufgrund gesetzlicher Vorgaben ausschließlich nur auf diesem Wege (Ausdrucke in geschlossenen Umschlägen) übermittelt werden. Einträge in die Labor-EDV wie auch telefonische Informationen sind nicht statthaft.
  • Lebensbedrohliche Laborwerte werden sofort telefonisch übermittelt.
  • In dringenden Fällen oder bei Rückfragen können Laborwerte unter folgenden Telefonnummern erfragt werden: 13919; Pieper 800490
  • Jeder Messwert ist mit einer Messunsicherheit behaftet. Die analytischen Kenngrößen sind „Unrichtigkeit“ (Abweichung des Messwertes vom wahren Wert) und „Unpräzision“ (zufällige Messwertabweichung). Auf Anfrage können wir Ihnen die Variationskoeffizienten des Kontrollmaterials mitteilen, dass wir zur Einhaltung der RiLiBÄK einsetzen. Sinnvollerweise soll der Zielwertbereich des Kontrollmaterials dem Referenz- oder therapeutischen Bereich des nachgefragten Parameters entsprechen. Beachten Sie aber, dass in die Gesamtmessunsicherheit Einflussgrößen und Störfaktoren, Probennahme und Präanalytik eingehen.
  • Darüber hinaus sind alle Messwerte abhängig von der angewandten Messmethode. Detailliertere Angaben teilt Ihnen das Labor auf Anfrage ebenfalls mit.

4. Nichtbearbeitung von Untersuchungsaufträgen

Folgende Gründe machen eine Bearbeitung von Untersuchungsaufträgen unmöglich machen:

4.1. Nicht gesicherte Identifikation

  • Anforderung ohne Untersuchungsmaterial
  • Untersuchungsmaterial ohne Anforderung
  • Untersuchungsmaterial ohne Barcode oder Name (bzw. Unleserlichkeit)
  • Name des Untersuchungsmaterials und Barcode nicht übereinstimmend
  • Verdacht auf Verwechselungen bei der Entnahme von Untersuchungsmaterial
Eine Nachbeschriftung nicht sicher identifizierbarer Proben ist unzulässig!

4.2. Unzulänglichkeit des Untersuchungsmaterial

  • Unzureichende Menge
    Dies gilt insbesondere für eine unzureichende Füllung von Citratblutröhrchen („Vacutainerfehler“). Wegen des fehlerhaften Mischungsverhältnisses ist in derartigen Fällen auch das Zusammenkippen des Inhaltes mehrerer unzureichend gefüllter Röhrchen nicht zulässig!
  • Untersuchungsmaterial befindet sich in einem für die gewünschte Methode ungeeigneten Entnahmegefäß
    Bitte beachten Sie hierzu die Hinweise unter dem jeweiligen Parameter im Leistungskatalog des Institutes („Probenmaterial“)
  • hämolytisches, ikterisches oder lipämisches Untersuchungsmaterial
    Auch hierzu finden Sie für den jeweiligen Parameter Hinweise im Laborkatalog („Störfaktoren“). Soweit dort nicht hinterlegt, teilt Ihnen das Labor für einzelne Parameter tolerable Grenzen auf Anfrage mit. Bei visuell auffälligen Untersuchungsmaterialien wird entsprechend geprüft, ob die Voraussetzungen einer Analysierbarkeit erfüllt sind.
  • geronnenes Untersuchungsmaterial
  • zu altes Untersuchungsmaterial
    (siehe hierzu Tab. 5 „Nachforderungsfristen“. Sind die hier aufgelisteten Zeiten, gerechnet ab dem Zeitpunkt der Entnahme des Untersuchungsmaterials, überschritten, ist die entsprechende Untersuchung nicht mehr möglich).
  • „verunglückte“ Proben (z.B. zerbrochene Röhrchen)

5. Reklamationen

Fehler können auch uns passieren. Sollten Sie Zweifel an der Plausibilität eines Befundes haben, wenden Sie sich bitte so früh wie möglich an uns. Wir werden versuchen, das Problem zu klären und mögliche Fehler zu beheben.

Anhand einer von uns geführten Dokumentation („Beanstandungen und Fehler“) erfassen und dokumentieren wir derartige Fälle. Somit ist in der Mehrzahl der Fälle eine Nachvollziehbarkeit von Fehlern möglich. Beachten Sie jedoch bitte, dass eventuelle Wiederholungen von Messungen nur im zeitlichen Rahmen der in Tabelle 6 genannten Nachforderungsfristen möglich sind. Nicht in dieser Tabelle genannten Parameter können reklamationsbedingt innerhalb folgender Zeiten nochmals analysiert werden:

  • Infektionsserologische Parameter:
    6 Monate
  • Molekulargenetische Parameter (PCR):
    3 Monate
  • übrige klinisch-chemische Parameter:
    6 Tage

zuletzt aktualisiert: 19.04.2017