Schwangerschaft: Auf Folsäure achten

von Josephin Rodenstein

Die Schwangerschaft ist für jede Frau eine spannende Zeit. Doch was ist eigentlich gut oder schlecht in der Schwangerschaft? Oft weiß man vor lauter gut gemeinten Tipps aus Schwangerschaftsratgebern oder von der Omi gar nicht mehr, worauf es wirklich ankommt. Deshalb hier ein paar kleine Tipps, mit denen man nichts falsch macht. Für viele Frauen ist es der regelmäßige Sport, der sowohl das physische als auch das psychische Wohlbefinden sichert. Das gewohnte Sportprogramm kann einfach etwas reduziert und weniger „bauchlastig“ durchgeführt werden. Schwimmen, Walking, Jogging, leichtes Krafttraining und Yoga oder Pilates können sogar den klassischen Rückenproblemen, einem Gestationsdiabetes und Wassereinlagerungen während der Schwangerschaft vorbeugen und erhalten dabei das gute Gefühl nach dem Sport. Natürlich sollte man gegen Ende, sprich 3. Trimenon, die Bauchübungen ganz weglassen, da sonst möglicherweise die Wehentätigkeit oder gar die Geburt vorzeitig ausgelöst werden können.

Fol-BauchDas Thema „ausgewogene Ernährung“ hingegen birgt großes Streitpotential. Wie bekommt man mit seinen Ratschlagen die Fast Food-Vertilger, die Vegetarier, die Veganer und die Hardcore-Fleischverzehrer unter einen Hut? Gar nicht! Dabei sollte man als werdende Mutter seine Ernährungsgewohnheiten 9 Monate lang entgegen eigener Überzeugungen so modifizieren, um seinem Kind damit die optimale Ernährung gewährleisten zu können. In erster Linie ist auf eine ausreichende Aufnahme von Folsäure zu achten, denn diese ist von zentraler Bedeutung für Wachstumsprozesse während der Embryonalentwicklung.

Folsäure (Folat) ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Die Schwangere, beziehungsweise der Embryo benötigt Folsäure, damit sich das Neuralrohr – eine Struktur, aus der sich das zentrale Nervensystem des Kindes entwickelt – richtig schließt. Dies geschieht innerhalb der ersten vier Wochen der Schwangerschaft. Ein Mangel an Folsäure in der Frühphase der Schwangerschaft erhöht das Risiko, dass sich das Nervensystem des Kindes nicht richtig entwickelt – es kann zu einem sogenannten Neuralrohrdefekt wie Spina bifida (laiensprachlich als "offener Rücken" ) kommen.

Viele Frauen wissen in den ersten Wochen nach der Empfängnis noch gar nicht, dass sie schwanger sind. Daher könnten Frauen, die nicht verhüten und schwanger werden wollen, mit einer Ernährungsumstellung beginnen und vorbeugend 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag in Form von Folsäurepräparaten einnehmen (sog. Supplementierung, z.B. in Form von Tabletten). Diese Supplementierung mit Folsäure sollte mindestens vier Wochen vor der Empfängnis erfolgen und bis zum Ende des ersten Drittels der Schwangerschaft beibehalten werden. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Folsäureaufnahme wird von Schwangeren nach aktuellen Studien derzeit nicht erreicht. Tatsächlich liegt sogar die Hälfte aller Deutschen 200 Mikrogramm unter dem empfohlenen Tageswert. Dies ist sicher einerseits den teilweise recht speziellen Ernährungsgewohnheiten, aber andererseits auch dem Umstand geschuldet, dass Folsäure im Vergleich zu anderen Stoffen deutlich seltener und in nur geringem Maße in der Nahrung enthalten ist. Die begleitende Einnahme der Präparate  ist so wichtig,  da Fehlbildungen durch Folsäuremangel oft schwerwiegender sind als die vieler anderer Nährstoffdefizite.

Fol-Obst_3037 (1)Für eine hohe natürliche Folsäurezufuhr verarbeitet man am besten viel frisches grünes Gemüse wie Salat und Spinat. In den Sommermonaten dürfte das kein Problem sein und wer jetzt denkt, in den Wintermonaten auf Salatbar und Co. wegen mangelnder Qualität und überhöhten Preisen verzichten zu müssen, der halte sich an das heimische Wintergemüse. Weiterhin ist viel Folsäure enthalten in allen Getreidesorten, Hülsenfrüchten, Zitrusfrüchten und Innereien. Zu beachten ist, dass bei Lebensmitteln wie Gemüse, die zu lange gekocht oder gelagert werden, deren Folsäuregehalt deutlich sinkt. Bei den Obstsorten sind auch Apfelsinen, Bananen und Kiwis reich an Folsäure.

Weitere Auskünfte: www.angeborene-fehlbildungen.com

 

Letzte Änderung: 01.03.2018 - Ansprechpartner:

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