Grippe - eine unterschätzte Gefahr

Wie kann man sich vor einer Influenza schützen?

von Jacqueline Heß

Im Herbst beginnt wieder die Erkältungszeit. Wenn man hustet oder niest, denken viele, dass dies eine Grippe ist. Dies ist jedoch ein Irrtum. „Die Grippe bzw. Influenza wird häufig verwechselt oder gleichgesetzt mit einem grippalen Infekt. Das hat sich umgangssprachlich so entwickelt. Letzteres ist jedoch eine in der Regel harmlos verlaufende Virusinfektion. Die Grippe dagegen eine schwere Erkrankung“, erklärt Dr. Birgit Doßow, Leiterin des Personalärztlichen Dienstes des Universitätsklinikums Magdeburg.

Charakteristisch für die echte Grippe ist ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit Fieber bis zu 41°C und typischen Symptomen wie Halsschmerzen, trockenem Husten und heftigen Kopf-, Muskel- und/oder Gliederschmerzen. Erkältungen haben nichts mit einer echten Virus-Grippe zu tun. Bei einer Erkältung bzw. einem grippalen Infekt sind die Symptome wie Halsschmerzen, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen im Allgemeinen viel schwächer ausgeprägt.

Grippe-Doßow_1024Infektionsmöglichkeiten lauern bei allen Menschenansammlungen wie bspw. in Kindergärten, Schulen, Altersheimen, Arztpraxen oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein einziger Infizierter ist in der Lage, zahlreich Menschen anzustecken. Sinnvoll zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems ist eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Zu empfehlen sind Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees, um die Schleimhäute feucht zu halten. Aber auch frische Luft, regelmäßige Bewegung und Saunagänge stärken das Abwehrsystem.

Dr. Doßow: „Der wirksamste Schutz vor einer Grippe ist die Impfung. Da sich die Impfstoffentwicklung an den aktuell zu erwartenden Erregern orientiert bzw. die permanenten Veränderungen des genetischen Virusmaterials beachtet, ist es wichtig, sich jährlich impfen zu lassen. Der beste Zeitraum für die saisonale Influenza-Impfung liegt zwischen Oktober und November. Eine Impfung ist aber auch noch bis zum März sinnvoll.  Der Impfschutz wird in der Regel innerhalb von 2 bis 3 Wochen nach der Impfung erreicht. Die Dauer der Immunität ist individuell unterschiedlich, beträgt im Allgemeinen jedoch 6 - 12 Monate.“

Trotz einer Impfung kann man an einer Grippe erkranken, da eine Impfung keinen 100%igen Schutz bietet. In sehr seltenen Fällen kann es auch bei Geimpften zu Influenza-Erkrankungen kommen, die jedoch meist milder verlaufen. „Das kann verschiedene Gründe haben. So ist es möglich, dass man sich unbemerkt kurz vor oder nach der Impfung  -in den ersten sieben bis zehn Tagen nach Impfung - ansteckt. In diesen Fällen ist noch kein Impfschutz vorhanden oder der Impfschutz noch nicht vollständig ausgebildet.

Häufig werden trotz Impfung auftretende Atemwegsinfekte, z.B. Erkältungen, die durch andere Erreger verursacht worden sind, irrtümlich für Grippe-Erkrankungen gehalten“, so die Leiterin des Personalärztlichen Dienstes.

Der saisonale Influenzaimpfstoff ist in der Regel gut verträglich. Wie bei jeder Impfung können jedoch vorübergehend Lokalreaktionen wie Rötung, Schmerzen und Schwellung im Bereich der Injektionsstelle auftreten. Erkältungsähnliche Allgemeinsymptome wie Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sind möglich. Im Allgemeinen dauern diese Beschwerden jedoch nicht länger als 2-3 Tage.

Im Prinzip ist die Impfung für jeden wichtig, wird aber in erster Linie für Personen ab dem 60. Lebensjahr empfohlen. Des Weiteren ist die Impfung für Personen mit erhöhter Infektionsgefährdung auf Grund von chronischen Grunderkrankungen, u.a. chronische Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes mellitus, ratsam. Bei einer schweren Allergie gegen Hühnereiweiß oder einer Allergie gegen einen anderen Impfstoffbestandteil sollte nicht mit den üblichen Influenzaimpfstoffen geimpft werden. Ebenso würde man bei schweren, fieberhaften Infektionen von einer Impfung absehen bzw. diese auf einen späteren Termin verschieben“, fasst Dr. Doßow zusammen.

Fotos: Uniklinik

Letzte Änderung: 01.03.2018 - Ansprechpartner:

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