Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 
Im OP bei einer Herz-OP
Beschreibung

Herzinfarkt – Jede Minute zählt!

von Jacqueline Heß

Der Herzinfarkt zählt deutschlandweit zu den häufigsten Todesursachen. Allein in Sachsen-Anhalt sind jährlich etwa 350 Menschen pro 100.000 Einwohner betroffen und das Sterberisiko liegt bei etwa 30 Prozent. Damit steht das Bundesland an der Spitze im deutschlandweiten Vergleich.

Wie entsteht ein Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt entsteht, wenn sich ein großes Herzkranzgefäß (Koronararterie) oder ein Gefäßast plötzlich verschließen. Da das Blut durch den Gefäßverschluss nicht mehr zirkulieren kann, erhält das Herz nicht mehr ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe. Diese Unterversorgung führt zu einer Schädigung des Herzmuskelgewebes und ein Teil des Gewebes stirbt ab. Der Verschluss erfolgt durch jahrelange Einlagerungen von Fett und Kalk an den Herzkranzgefäßen.

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        links: Das Gefäß ist verschlossen.                    rechts: Das Gefäß ist wieder offen.

Woran erkennen Betroffene, dass sie einen Herzinfarkt haben?

Prof. Dr. Rüdiger Christian Braun-DullaeusProf. Dr. Rüdiger Christian Braun-Dullaeus, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie Magdeburg: „Typische Symptome sind ein drückender Schmerz auf der Brust (oft am Brustbein), der bis in die Arme, den Hals oder Bauch ausstrahlt und daher auch oft mit Magenschmerzen verwechselt werden kann. Atypische Symptome wie Atemnot, Schweiß, Unwohlsein und Erbrechen gehen teilweise mit einem Herzinfarkt einher.“

Ein akuter Herzinfarkt (Myokardinfarkt) verursacht meist deutliche Symptome. Trotzdem bleiben rund 20 Prozent der Herzinfarkte unbemerkt: Ein solcher stummer Herzinfarkt ohne Symptome betrifft beispielsweise Diabetiker, da deren Schmerzempfinden verändert ist.

Einige Patienten gehen bei ersten Anzeichen zunächst zum Hausarzt oder verschieben es auf den nächsten Tag. „Davon ist unbedingt abzuraten. Rufen Sie immer einen Notarzt zur Hilfe, damit die Rettungskette bis ins Herzkatheterlabor so wenig Zeit wie möglich kostet“, erklärt der Klinikdirektor. Das verschlossene Gefäß wird im Herzkatheterlabor so schnell wie möglich wieder eröffnet. Einmal abgestorbenes Material kann nicht mehr gerettet werden.

Wie sieht die aktuelle Situation aus?

Die Universitätsklinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie Magdeburg legt jährlich circa 3 000 Herzkatheter, davon werden im Durchschnitt 400 Fälle in einer akuten Herzinfarktsituation eingeliefert. Prof. Braun-Dullaeus: „Heutzutage liegt dank der modernen Technik das Sterberisiko im Krankenhaus bei circa fünf Prozent. Der Herzinfarkt bleibt trotzdem ein lebensbedrohliches und auch tödliches Ereignis. Da nach einem Herzinfarkt Komplikationen wie z.B. Herzrhythmusstörungen, Linksherzinsuffizienz oder ein kardiogener Schock auftreten können, ist eine Überwachung auf der Intensivstation erforderlich.“

Welche Risikofaktoren begünstigen einen Herzinfarkt?

„An erster Stelle steht das Rauchen. Weiterhin spielen der Bluthochdruck, Diabetes, erhöhtes Cholesterin, genetische Faktoren und auch das Geschlecht (Männer haben öfter Herzinfarkte) eine Rolle. Infolgedessen kann sich mit der Zeit eine chronische Entzündung der Gefäßwand entwickeln, die die Einlagerung von Fetten und die Verkalkung weiter fördern, bis es dann akut zum Verschluss des Gefäßes durch ein aufgesetztes Gerinnsel kommt. Die größte Altersgruppe von Menschen, die einen Herzinfarkt bekommen, liegt bei 60 bis 80 Jahren, aber es gibt auch unter 30-Jährige, meist durch einen hohen Nikotinkonsum verursacht. Die wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung sind eine gesunde Lebensweise mit wenig Fett, viel Obst und Gemüse sowie regelmäßige Bewegung“, so der Klinikdirektor.

Wie sieht der Weg nach der Behandlung aus?

Sind die Behandlung im Krankenhaus und die Reha nach einem Herzinfarkt abgeschlossen, folgt im weiteren Verlauf eine gründliche Nachsorge: Nach überstandenem Herzinfarkt sind die meisten Betroffenen ihr Leben lang auf Medikamente angewiesen. Weiterhin spielt neben dieser medizinischen Nachsorge auch eine Lebensumstellung eine entscheidende Rolle, denn: Auf lange Sicht ist es für die Prognose entscheidend, nach einem Herzinfarkt auf eine gesunde Lebensweise zu achten.

Letzte Änderung: 26.04.2016 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
Info
Universitätsklinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie
Herzkatheterlabor

Tel.: 0391 67-15208

Website: www.kkar.ovgu.de