Rheuma: Schmerzen in den Gelenken

Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer rheumatischen Krankheit, im Volksmund kurz „Rheuma“ genannt. Doch hinter dem Begriff verbirgt sich eine Vielzahl von chronisch-entzündlichen, aber auch degenerativen Erkrankungen. Die Betroffenen haben Schmerzen an den Bewegungsorganen, Muskeln, Sehnen, Gelenken oder im Bindegewebe.

LohmannDie rheumatischen Erkrankungen betreffen Menschen in allen Altersklassen – auch jüngere Erwachsene und sogar Kinder leiden darunter. Meist tritt Rheuma an beiden Händen spiegelbildlich an den gleichen Gelenken auf. In der Folge sind immer mehr Gelenke betroffen und verformen sich. Unter allen rheumatischen Krankheitsformen ist die rheumatoide Arthritis die häufigste chronische Gelenkentzündung. Frauen erkranken dabei drei Mal häufiger wie Männer. Typische Symptome sind Morgensteifigkeit und schmerzhafte Schwellungen der Fingergelenke.

„Rheumatische Erkrankungen sind fast immer mit Schmerz und häufig auch mit Bewegungseinschränkungen verbunden. Die Beschwerden können ganz plötzlich auftreten, aber sie können auch schleichend zu einer Gelenkzerstörung führen. Es empfiehlt sich rechtzeitig einen Rheumatologen oder Rheumaorthopäden aufzusuchen, damit dieser eine Diagnose stellen kann. Bei der Diagnosestellung helfen den Ärzten Blutkontrollen auf sogenannte ´Rheumafaktoren´, Feingewebsanalysen, Röntgen- bzw. Röntgenkontrastbilder“, so Prof. Dr. Christoph Lohmann, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Magdeburg.

Prof Lohmann: „Betroffenen wird häufig eine Kombination aus entzündungshemmenden Medikamenten und anderen Verfahren empfohlen. Dazu gehört u.a. eine regelmäßige Physio- und Bewegungstherapie. Die Sportübungen helfen dabei, die Gelenke beweglich zu halten und Muskeln aufzubauen. Viele Patienten profitieren außerdem von einer physikalischen Behandlung, also dem Einsatz von Wärme-, Kälte- oder Elektrotherapie. Bei starken Gelenkzerstörungen können Operationen und gegebenenfalls auch ein künstliches Gelenk als Ersatz für das zerstörte Gelenk nötig sein. Sehr wichtig ist außerdem das Ergotherapie-Training für den Erhalt von Alltagsfähigkeiten.“

Lohmann RheumahandEinen schweren Verlauf können chronisch-entzündliche Rheumaerkrankungen nehmen, die schon in jungen Jahren zu Wucherungen an den Gelenkknorpeln sowie zur Zerstörung von Sehnen, Bändern und Knochen führen. Auslöser können u.a. Infektionen durch Krankheitserreger oder eine Fehlreaktion der Zellabwehr (Immunsystem) sein. Unbehandelt kann die rheumatoide Arthritis innerhalb weniger Jahre zu Fehlstellungen der Finger- und Handgelenke führen. „Fast 50 Prozent dieser Fälle führen nach circa zwei Jahren zur Berufsunfähigkeit“, so der Klinikdirektor. Damit es nicht soweit kommt, sollte mit den Therapien daher möglichst frühzeitig begonnen werden.

„Bei Fehlstellungen ist es zur Korrektur der Finger manchmal erforderlich, die stark wuchernde Gelenkinnenhaut chirurgisch zu entfernen, Sehnen zu versetzen, ein Gelenk zu versteifen oder durch Platzhalter bzw. Endoprothesen zu ersetzen“, erklärt Prof. Lohmann.

Bislang ist es nicht möglich, Rheuma ursächlich zu heilen. Nach eindeutiger Diagnose kann den Patienten aber mit einer Therapie geholfen werden, um ihre Schmerzen zu lindern, die betroffenen Gelenke und deren Beweglichkeit zu erhalten sowie Folgeschäden zu verhindern.

Letzte Änderung: 01.03.2018 - Ansprechpartner:

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