Seniorensport: Aktiv älter werden

Keine Angst vor Verletzungen

von Jacqueline Heß

Im Alter gesund und körperlich fit zu sein, wünschen sich fast alle Senioren. Dabei gilt oft: „Wer rastet, der rostet“. Aus Angst vor Verletzungen treiben jedoch viele Senioren keinen Sport mehr, obwohl man ihnen nur dazu raten kann.

„Aus sportorthopädischer Sicht beginnt der Seniorensport bereits ab 35 Jahren; laut der WHO-Klassifizierung ab einem Alter von 65 Jahren. Ab dann setzt ein kontinuierlicher Abbau von motorischen Fähigkeiten ein. Der Abbau betrifft besonders die Muskulatur, die ohne Gegenmaßnahmen zügig an Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer verliert, Koordination und Beweglichkeit lassen nach. Hinzu kommen Veränderungen der Sinneswahrnehmung, die auch sportliche Abläufe beeinträchtigen können. Gleichzeitig steigt, bedingt durch genetische Voraussetzungen und den persönlichen Lebenswandel, der Körperfettanteil“, weiß Dr. Margit Rudolf, Oberärztin der Orthopädischen Universitätsklinik Magdeburg.

rückenUm diesen Alterserscheinungen positiv entgegenzuwirken, empfiehlt es sich auch im Alter den Sport weiterzutreiben oder damit anzufangen, betont Dr. Rudolf: „Bevor man wieder aktiv mit dem Sport anfängt, ist es ratsam, zunächst mit dem Hausarzt zu sprechen und herauszufinden, ob Grunderkrankungen vorliegen. Diese sollten bei der Wahl der Sportart berücksichtigt werden. Patienten können zu einer konkreten Trainingsplanung in unserer Klinik von einem Sportarzt individuell beraten werden. Bei diesem Gespräch kann geklärt werden, welche Sportart am geeignetsten ist und was es eventuell dabei zu beachten gilt.“

Beim Check-Up untersucht der Sportarzt zunächst in Zusammenarbeit mit einem Kardiologen, wie fit das Herz-Kreislaufsystem ist und ob es die sportlichen Belastungen aushält. Ein Orthopäde findet anschließend heraus, wie gesund die Knie, der Rücken und die Füße sind. „Sehr aktive Sportler können meist ohne Probleme auch im Alter weiterhin sportlich tätig sein. Senioren, die vielleicht seit 20 Jahren keinen Sport gemacht haben, aber nun wieder damit anfangen wollen, rate ich, sich vorher mit einem Sportarzt zusammenzusetzen, bevor sie gleich in die Belastung einsteigen. Aber ein generelles Altersrisiko für sportliche Verletzungen besteht nicht“, so die Oberärztin.

Neben Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen, Tanzen oder Krafttraining im Fitness-Studio gibt es heutzutage zahlreiche Freizeitaktivitäten, die der Gesundheit gut tun. Bei der Wahl der Sportart mit einer altersgerechten Belastung kann man sich zur Beratung an verschiedene Ansprechpartner wenden. Dr. Rudolf: „Dazu gehören beispielsweise Krankenkassen, der Landessportbund, die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und andere Sportverbände, die heutzutage auch Programme für Senioren anbieten.“  

Um effektiv Ziele zu erreichen, sollte das Trainingsprogramm mindestens 10-12 Wochen durchgehalten werden. „Man konnte feststellen, dass sich die Faktoren Kraft, Ausdauer und Koordination bei kontinuierlichem Sport deutlich verbessern und dass beispielsweise ein aktiver 60-Jähriger die körperlichen Werte eines sportlich inaktiven 40-Jährigen erreichen kann. Weiterhin wurde nachgewiesen, dass sich Sport ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt. Wählen Sie einen Sport, der Ihnen Freude bereitet, denn nur so hält man es lange durch. Natürlich wäre es erstrebenswert, wenn generell mehr Bewegung in den Alltag eingebaut wird und neben der gewählten Sportart z.B. Treppen statt des Fahrstuhls genommen werden oder eine Haltestelle eher ausgestiegen wird, um längere Wege zu Fuß zu gehen und dies ein Leben lang“, empfiehlt  Dr. Rudolf.

Sport lohnt sich immer, egal in welchem Alter man anfängt. Vorher sollte aber bestenfalls eine individuelle Beratung erfolgen, um sich unter möglichst optimalen Voraussetzungen aktiv zu betätigen und um die eigene körperliche und geistige Fitness zu verbessern.

Box: Sportmedizinisches Leistungszentrum der Orthopädischen Universitätsklinik Magdeburg (SPLOUM)
Telefon (0391) 6714000

Foto: Oberärztin Dr. Margit Rudolf beim Check-Up im Sportmedizinisches Leistungszentrum der Orthopädischen Universitätsklinik Magdeburg (SPLOUM), Telefon (0391) 6714000
Foto: Uniklinik

Letzte Änderung: 01.03.2018 - Ansprechpartner:

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