Thermoablation: Mit Hitze gegen Schilddrüsenknoten

27.11.2019 -  

Magdeburg (UKMD) - Die Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Magdeburg (UMMD) ist der erste Standort in Sachsen-Anhalt, der ein innovatives Verfahren zur Behandlung von gutartigen Schilddrüsenknoten eingeführt hat. Es handelt sich hierbei um die „Radiofrequenzablation (RFA)“ von gutartigen Schilddrüsenknoten. Die Thermoablation ist der Oberbegriff dieser Behandlungsform, bei der das Gewebe mit Hilfe von Hitze behandelt wird.

ThermoablationBei der Radiofrequenzablation wird eine Nadel unter Ultraschallkontrolle in den Knoten eingeführt. Durch Aussenden bestimmter Wellen wird das Gewebe in der Umgebung der Nadel erwärmt und dadurch zerstört. Es kommt binnen kurzer Zeit zu einer Größenabnahme des Knotens. Das gesunde Schilddrüsengewebe wird dabei geschont; eine Unterfunktion der Schilddrüse ist nicht zu erwarten.

Die Prozedur, die im Rahmen eines eintägigen stationären Aufenthaltes erfolgt, erfordert lediglich eine lokale Betäubung und ist sehr gut verträglich. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz wenn eine Schilddrüsenoperation oder Radiojodbehandlung nicht möglich oder gewollt ist.

Die Schilddrüse ist ein wichtiges kleines Organ, das unterhalb des Kehlkopfes sitzt und den Körper mit lebenswichtigen Hormonen versorgt. Es können sich jedoch im Laufe des Lebens Knoten in der Schilddrüse entwickeln, wobei diese in den meisten Fällen harmlos sind. Jeder  dritte Deutsche entwickelt im Laufe seines Lebens Schilddrüsenknoten. Deutschlandweit werden über 80.000 Schilddrüsenoperationen pro Jahr durchgeführt.

Wird ein Schilddrüsenknoten festgestellt, ist zumindest ab einer Größe von einem Zentimeter eingehende Untersuchung der Schilddrüse und Aufklärung der PatientInnen erforderlich. „Eine gutartige knotige Veränderung der Schilddrüse ohne Beschwerden, Laborveränderungen oder kosmetischer Beeinträchtigung bedarf in der Regel keinerlei Therapie, sollte aber weiter abgeklärt und ggf. im Verlauf kontrolliert werden.“, merkt Prof. Dr. Michael Kreißl an, Leiter der Nuklearmedizin an der UMMD und Koordinator des interdisziplinären Schilddrüsenzentrums Magdeburg an. „Ist eine Behandlung erforderlich, so muss für jeden Patienten die individuell beste Therapieoption gefunden werden“ betont Prof. Dr. Roland S. Croner, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie an der UMMD.

Termine zur Abklärung, ob eine RFA im individuellen Fall sinnvoll bzw. möglich ist, werden über die Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Magdeburg vergeben.

Grafik: OLYMPUS SURGICAL TECHNOLOGIES EUROPE

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